Gestorben Carl-Joachim Liesenberg

„Cajo“ Carl-Joachim Liesenberg – so, wie wir uns an ihn erinnern wollen (Foto: Privat)

„Cajo“ (so wurde Carl-Joachim Liesenberg eigentlich von allen seinen Freunden und Geschäftspartnern genannt), ist am 3. April unerwartet im Alter von 84 Jahren gestorben, am 29. November d. J. wäre er 85 geworden.  Seine Tochter sagt uns: „Bis zuletzt war er seiner, unserer Branche verbunden. Seine letzte Messe war London, die Buchmesse in Frankfurt schon gebucht“.  Dinu Popa erinnert an mit diesem Nachruf an seinen Freund:

„Wer sich an Cajo erinnert, erinnert sich an einen weltoffenen, begeisterungsfähigen und liebenswerten Menschen, dem man es kaum ansah, wie lange er schon die Verlags- und Buchwelt begleitet und auch geprägt hat. 

Ganz alte Schule hat er noch Schriftsetzer gelernt und an der Münchner Akademie der Künste studiert, um dann zunächst im Druckereigewerbe seine Karriere zu starten. Von da war es nicht weit, zum eigenen Swan Verlag. Manch eine und einer erinnert sich an wilde Buchmesse-Partys mit David Hamilton und Charlotte March, Cheyco Leidmann und ….

Cajo hatte immer ein gutes Gespür für die Veränderungen in der Druck-, Verlags- und Buchbranche – wirtschaftlich und gesellschaftlich. Die 80er und 90er Jahre waren geprägt von Internationalisierung und Globalisierung. Nach dem kalten Krieg gehörten Cajo und seine Freunde zu den ersten, die russische Bildbände nach Westen brachten und umgekehrt. Und in einem Alter, wo manch einer an den Ruhestand denkt, hat Cajo nochmal Neues gewagt: ein US-Buchvertrieb für kleinere europäische Verlage. Knapp 10 Jahre später hat er Art Stock verkauft – aber aufhören? Nein. 

Bis zuletzt war er auf internationalen Buchmessen unterwegs, hat sein Netzwerk und Freundschaften gepflegt, seinen Erfahrungsschatz geteilt und Deals eingefädelt. 

Er wird uns fehlen, seiner Verlags- und Buch-Familie.“

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