Was macht eigentlich Dr. Gerhard Dust? „Aus Wüstensand und recycelten Pet-Flaschen entstehen in Namibia Bausteine“

Dr. Gerhard Dust: „Ich verspüre gleichzeitig Glück, Freude, Dankbarkeit, weiteren Ansporn und ich freue mich mitmeinen Kollegen auf die Unterstützung in einem mächtigen Netzwerk. Die Welt zu verbessern ist in jedem Alter möglich“ (Durch Klick auf Foto zu einem Video)

Vor zwölf Jahren waren wir alle  wohl ein bisschen neidisch, als Dr. Gerhard Dust (bis dahin Geschäftsführer von Libri in Bad Hersfeld) im Alter von 56 in den selbstgewählten Ruhestand nach Florida umzog. Jetzt ist er 68 und womöglich aktiver als jemals zuvor – und wurde dafür sogar ausgezeichnet: Die Jury des Zugabe-Preises der Körber-Stiftung hat ihn zu einem der Preisträger des Jahres 2020 gekürt.

Wofür?  2010 hatte Dr. Gerhard Dust unter dem Eindruck der Erdbebenkatastrophe in Haiti die Firma PolyCare gegründet.  Sein Ziel war es, Menschen zu befähigen, mit lokalen Materialien und ohne schwere technische Geräte den Wiederaufbau aus eigener Kraft zu schaffen. Heute kann seine Firma  vor Ort aus Wüstensand und sogar aus Bauschutt einen hochfestes Material herstellen, das in wenigen Minuten hart wird. Als Bindemittel dient dabei ein Harz, das im Wesentlichen aus recycelten PET-Flaschen hergestellt wird. Aus diesem Material werden Elemente hergestellt, die wie LEGO-Steine gesteckt werden. Damit kann man dann ohne fremde Hilfe in wenigen Tagen äußerst dauerhafte  und sehr umweltfreundliche Häuser bauen. In Namibia ist eine erste Produktionsstätte bereits in Betrieb und weitere sind in anderen Ländern Afrikas in Planung.
Dust´s Engagement wird jetzt (s. o.) gebührend gewürdigt: Vor wenigen Tagen wurde er von der Jury des Zugabe-Preises der Körber-Stiftung zu einem der Preisträger 2020 gekürt. Mit dem Zugabe-Preis zeichnet die Körber-Stiftung jährlich Gründerinnen und Gründer 60plus aus. Mit der Auszeichnung, die mit jeweils 60.000 € dotiert ist, werden Persönlichkeiten gewürdigt, die mit unternehmerischen Mitteln Lösungen für die gesellschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit gefunden und dafür ein Unternehmen oder ein Sozialunternehmen aufgebaut haben. Im Mittelpunkt stehen Menschen, die mit ihren Initiativen zeigen, dass Erfahrung und Innovation, Ruhestand und Aufbruch, Alter und Social Impact sich produktiv ergänzen – und die damit alle Generationen bestärken, die Phase nach der Lebensmitte neu zu nutzen: für eine Zugabe.
Die Jury des Zugabe-Preises konnte wegen aktueller Kontaktbeschränkungen nur digital zusammenkommen. Doch die Expertinnen und Experten waren sich einig: „Gerade in einer Zeit, in der ältere Menschen öffentlich vor allem als zu schützende Risikogruppe für das Corona-Virus wahrgenommen werden, zeigt der Zugabe-Preis der Körber-Stiftung in besonderer Weise die lebenserfahrenen Potenziale und unternehmerischen Kompetenzen von Menschen 60plus. Der Preisträger Dust stellt die gesellschaftsverändernde Kraft des Alters eindrucksvoll unter Beweis“, so die Meinung der Jury. Der Jury gehörten unter anderem der Hamburger Unternehmer Cord Wöhlke, die Filmemacherin und Sozialpolitikerin Barbara Wackernagel-Jacobs und der Social Business-Gründer an.

Und das sagte Dr. Dust zum erhaltenen Preis: »Die Anerkennung unserer langen ‚Forschungsreise‘ und die Wertschätzung unserer neu geschaffenen Technologie durch die  Vergabe des Zugabe-Preises der Körber-Stiftung bedeutet für mich und für alle Mitarbeiter und Unterstützer von PolyCare sehr, sehr viel. Ich verspüre gleichzeitig Glück, Freude, Dankbarkeit, weiteren Ansporn und ich freue mich mitmeinen Kollegen auf die Unterstützung in einem mächtigen Netzwerk. Die Welt zu verbessern ist in jedem Alter möglich.“

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