Erik Wegener über sein neues Buch "Weiter, immer weiter" (Linus Wittich Medien) „Insiderwissen aus der Fußball-Bundesliga“

Erik Wegener

Was muss ein Fußballtrainer neben dem Coaching der Spieler noch alles können? Wie geht er mit Stress um? Und welche Randerscheinungen gehen mit dem Beruf einher? Auf was muss man verzichten? Wie ist das Verhältnis zu den Spielern? Diese und viele weitere Fragen stellte der Weinheimer Autor Erik Wegener den sechs Altmeistern Ottmar Hitzfeld, Huub Stevens, Peter Neururer, Benno Möhlmann, Jürgen Röber und Rudi Bommer.

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Vor Kurzem erschien sein zweites Buch Weiter, immer weiter! bei Linus Wittich Medien in dem der Inhalt der zum Teil mehrstündigen Gespräche abgedruckt ist. Die Treffen fanden immer in privater Atmosphäre statt. Auf diese Weise konnten die sechs Coaches freier und ungezwungener sprechen. Ein großer Vorteil, wie Wegener findet: „Auf diese Weise lernt man sie anders kennen als zum Beispiel in der Mixed Zone im Stadion.“

BuchMarkt: Worum geht es in dem Buch?

Erik Wegener: Ich bin quer durch die Republik gereist und habe sechs Trainerlegenden der Fußball-Bundesliga interviewt. Es handelt sich dabei um Ottmar Hitzfeld, Huub Stevens, Peter Neururer, Benno Möhlmann, Jürgen Röber und Rudi Bommer. Ich wollte sie näher kennenlernen, mehr über ihr Leben erfahren, weil ich mich immer gefragt habe, wie man diesen mega-anspruchsvollen Job eigentlich erfüllen kann.

Was macht das Buch so besonders?

Wir haben uns für diese Gespräche sehr zurückgezogen, es war absolut still, manchmal waren wir alleine in einem Café, auf einer Terrasse oder ganz privat zu hause. So kamen die Trainer irgendwann alle ins Erzählen. Die Zeitung Reviersport meinte: „So offen und ehrlich sind Insider selten“. Das Magazin 11 Freunde schreibt in seiner Rezension: „Die Trainer erzählen von allem, was diesen Beruf so schön und erschreckend zugleich macht“. Außerdem gibt es auch eine ganze Reihe schöner Fotos, die das Buch passend und unterhaltsam illustrieren.

Wie entstand die Idee dazu?

Inspiriert hat mich ein Buch, das ich vor einigen Jahren geschenkt bekam. Darin werden Topmanager deutscher Konzerne wie Hartmut Mehdorn, Heinrich von Pierer, Kai-Uwe Ricke und der inzwischen verstorbene Werner Müller interviewt. Es sind ziemlich lange, tiefgehende facettenreiche Gespräche. Die CEOs sprechen über Erfolgsdruck, das Nicht-Abschalten-Können, ihren Ehrgeiz, Vorbilder, Eigenschaften, die man mitbringen muss, um es an die Firmenspitze zu schaffen und vieles mehr. Das Buch hat mich so fasziniert, dass ich irgendwann beschloss: Ich möchte ein ähnliches Interviewbuch mit Fußball-Trainern machen.

Mit welchem Argument kann der Buchhändler das Buch am besten verkaufen?

Interviewbücher haben einen Riesenvorteil: Man muss sie nicht komplett in einem Zug durchlesen! Man liest 2-3 Interviews, dann legt man es wieder weg. Und Wochen später fällt einem ein: Mensch, dies oder jenes Interview kann ich ja auch noch lesen. Das Buch ist wirklich kurzweilig. Ich mag Interviewbücher wirklich sehr, obwohl ich festgestellt habe: Viele Verlage stehen ihnen skeptisch gegenüber. Warum, weiß ich nicht.

Ein weiterer Anreiz: Es geht um Fußball und wir erleben in der Bundesliga gerade eine der spannendsten Meisterschaften der letzten Jahre.

Richtig. Zudem ist im Sommer ja auch noch eine EM! Da darf man sich gerne schon mal einstimmen. Für Fußballfans passt das Buch ideal. Und für diejenigen, die nur Gelegenheitsgucker sind, ist es auch hochinteressant. Sie erhalten wertvolles Insiderwissen – und das recht unterhalsam verpackt.  So viel kicker und Sport-Bild kann man gar nicht lesen!

Welche Leser-Reaktionen erhoffen Sie sich also konkret?

Dass es Ihnen schwer fällt, das Buch wegzulegen. Wenn sie sagen: Ich habe etwas erfahren, was ich noch nicht wusste. Ich habe die Trainer nochmal ganz anders kennengerlernt. Ich habe etwas über den Menschen hinter der Medienfigur erfahren.

Es gibt am Ende noch ein Schmankerl. Was servieren Sie ihren Lesern als Nachtisch?

Ich habe ein Faible für Trainersprüche. Daher habe ich mir die Mühe gemacht und eine ausgefallene, umfangreiche Sprüchesammlung erstellt. Da sind nicht nur Bundesligatrainer dabei, auch internationale Größen und unbekannte Namen. Die Sammlung ist einmalig und rundet das Buch perfekt ab.

Welche Lektüre lesen Sie privat gerne/aktuell?

Mit Romanen tue ich mich gerade schwer. Ich lese gerne quer. Zuletzt die Biografie von Miroslav Klose, die Komödie Vier Sternstunden von Daniel Glattauer, Stille vom norwegischen Abenteurer Erling Kagge und ein hochinteressantes Werk des britischen Werbegurus John Hegarty. Als nächstes steht das neue Buch von Udo Lindenberg auf dem Programm. Da gefällt mir schon der Titel: Mach‘ dein Ding!

 

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