Ruth Eising über den „Preis der Wuppertaler Literatur Biennale“ „Jedem der Preisträger ist es gelungen, im Anschluss an die Preisverleihung einen Verlag zu finden“

Die Wuppertaler Literatur Biennale 2020 schreibt zum vierten Mal den von der Kunststiftung NRW gestifteten „Preis der Wuppertaler Literatur Biennale“ aus. Wir sprachen dazu mit Ruth Eising.

Ruth Eising (c) Anna Schwartz

BuchMarkt: Wie kam es zur Stiftung des Preises der Wuppertaler Literatur Biennale?

Ruth Eising: Die Initiative zur Gründung der Biennale ging von Wuppertaler Literaturschaffenden aus. Damit war von vorneherein eine Besonderheit im Spiel, die die Biennale in Wuppertal von vielen vergleichbaren Literaturveranstaltungen unterscheidet. Es standen nämlich nicht nur die Interessen des lesenden Publikums, sondern auch die Bedingungen, in denen Literatur entstehen kann, im Fokus der Initiatoren. In diesem Sinne verstanden ist Nachhaltigkeit eine Herzensangelegenheit und zugleich eines der ursprünglichsten Anliegen der Biennale, für das wir mit dem Preis der Biennale eine eigene erfolgreiche Form der Nachwuchsförderung gefunden haben.

Nun benötigen Fördermaßnahmen ja nicht nur ein klares Ziel, sondern auch ein Budget, um wirksam werden zu können. Wie haben Sie dieses Problem gelöst?

Die Umsetzung unserer Pläne wurde erst durch das Zusammenwirken mit der Kunststiftung NRW möglich. Dank der von dieser Seite zur Verfügung gestellten Mittel konnten wir den Preis der Wuppertaler Literatur Biennale mit insgesamt 5000 Euro ausstatten, die sich auf den Hauptpreis mit 3000 Euro und zwei Förderpreise in Höhe von jeweils 1000 Euro verteilen. Hinzu kommt der Abdruck der Texte der Preisträger in einer Publikation zur Biennale, die ebenfalls von der Kunststiftung NRW gefördert wird sowie eine Reihe von Lesungen. Alles zusammen ergibt ein wirksames „Förderpaket“, das den Preis für die Mitwirkenden besonders attraktiv macht.

Wie bewirbt man sich?

Dazu muss man zunächst eine Besonderheit der Biennale erwähnen, die gewissermaßen ihr Alleinstellungsmerkmal in der Region, wenn nicht sogar im gesamten deutschsprachigen Raum ausmacht: Jede Biennale setzt sich mit einem dem Zeitgeist nachspürenden Thema auseinander. 2020 geht es um „Tier Mensch Maschine“. Mit diesem Thema müssen sich auch die Autorinnen und Autoren beschäftigen, die sich um den Preis bewerben wollen. Ihr Text darf eine Länge von maximal 15000 Zeichen Länge haben. Dies entspricht etwa zehn Standardseiten. Wie auch in den früheren Jahren erfolgte für die kommende Biennale eine Ausschreibung, die wir Anfang November über die Feuilletons und Zeitschriften wie Buchmarkt verbreitet haben. Die ersten Bewerbungen liegen bereits vor, am 15. Januar 2020 endet die Bewerbungsfrist.

Und wie wird man Preisträgerin oder Preisträger?

Die Texte der Mitwirkenden werden anonymisiert und anschließend einer fünfköpfigen unabhängigen Jury vorgelegt, die dann ihre Entscheidungen trifft. In der Rückschau können wir inzwischen sagen, dass die Expertinnen und Experten, die unsererseits in die Jury berufen wurden, immer wieder außerordentlichen Spürsinn unter Beweis gestellt haben. Denn jedem der Preisträger der vergangenen Biennalen ist es gelungen, im Anschluss an die Preisverleihung einen Verlag zu finden. Darüber hinaus wurden einigen der Preisträger wiederum andere renommierte Literaturpreise verliehen. So zum Beispiel Yannic Han Biao Federer, dem 2018 nicht nur der Hauptpreis der Biennale verliehen, sondern der auch im Rahmen des Bachmann-Wettbewerbes 2019 mit dem 3Sat-Preis ausgezeichnet wurde.

Was erwarten Sie für die Zukunft?

Das Thema der kommenden Biennale, „Tier Mensch Maschine“, lässt uns mit großer Zuversicht für den Preis der Biennale spannende Beiträge erwarten.

Kommentare (0)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.