Benjamin Piwko über sein Buch "Man hört nur mit dem Herzen gut" (Mosaik) „Von der Art, wie Gehörlose miteinander kommunizieren, kann jeder etwas lernen“

Benjamin Piwko

Benjamin Piwko tanzte sich bei „Let’s Dance“ in die Herzen der Zuschauer – jetzt erzählt er seine Geschichte. Sein neues Buch Man hört nur mit dem Herzen gut (ET 11. November/Mosaik). Das Besondere: Benjamin Piwsko ist seit seiner frühen Kindheit gehörlos, kann die Musik also gar nicht hören. Das hat den Hamburger aber nie davon abgehalten, seinen Weg zu gehen und das Fehlen des Hörsinns hat sogar andere Sinne gestärkt. Anlass für Fragen an den Autor, der sagt: „Toleranz, Empathie, Selbstbewusstsein, Körpersprache – das sind Fähigkeiten, die wir bewusst stärken können, indem wir uns der Perspektive von Gehörlosen öffnen.“

BuchMarkt: Worum geht es in dem Buch?

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Benjamin Piwko:  Mein Buch soll inspirieren und den Menschen zeigen,  man kann alles schaffen, wenn man an sich glaubt. Es heißt immer, ich habe ein Handicap, aber das stimmt nicht. Ich finde, ich habe eine Superpower, denn ich kann Menschen anhand ihrer Körpersprache  und kleinster Bewegungen und Regungen im Gesicht lesen. Anhand von Anekdoten aus meinem Leben zeige ich, wie jeder diese Superpower lernen kann.

Wie entstand die Idee, über Ihre Erfahrungen ein Buch zu schreiben?

Ich werde so oft gefragt, wie es möglich war, dass ich sprechen und tanzen gelernt habe und ich dachte, ich schreibe das einfach alles mal auf. Ich möchte den Menschen zeigen, dass man als Gehörloser nicht behindert ist.  Menschen bauen Wände auf –  ich möchte sie einreißen. Ich glaube daran, dass alle Menschen gleich sind. Wir haben unterschiedliche Stärken und Schwächen, die Verschiedenheiten sind eine Bereicherung, keine Bedrohung. Das möchte ich mit dem Buch zeigen.

Und der Buchhändler? Mit welchem Argument kann der das Buch am besten verkaufen?

Ich bin Kampfsportler und Trainer, Schauspieler und Tänzer – ich will mit meiner Geschichte zeigen, dass jeder alles schaffen kann, auch wenn das zunächst unmöglich scheint.  Meine Teilnahme bei Let’s Dance hat das vielen gezeigt. Das Buch liefert außerdem einen einmaligen Einblick in das Leben eines Gehörlosen. Kommunikation zwischen Menschen ist das Wichtigste überhaupt und von der Art, wie Gehörlose miteinander kommunizieren, kann jeder etwas lernen.

Welche Leserschaft soll damit angesprochen werden?

Weltoffene Menschen, die sich für das Leben Gehörloser (in Deutschland) interessieren. Bildungssituationen, damit mehr Menschen vermittelt wird, wie das Leben als Gehörloser funktioniert und auch Politiker, damit bessere Bildungschancen geschaffen werden. Außerdem richtet sich das Buch an Familien und Freunde von Gehörlosen und natürlich an Fans von Let’s Dance.

Welche drei Wörter beschreiben das Buch perfekt?

Einzigartig, bewegend, inspirierend

Das lese ich privat gerne/aktuell:

Sachbücher, Biografien, Bücher über Achtsamkeit/Kommunikation und AD Architectural Digest, weil ich schöne Dinge mag.

 

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