Sybil Gräfin Schönfeldt über ihr "Kochbuch für den großen alten Mann" „Kochen kann ganz einfach sein – auch für Männer“

Sybil Gräfin Schönfeldt in Ihrer Küche:„Ich habe das Kochbuch fürden großen alten Mann für Männer geschrieben, die nie kochen mussten oder wollten, und eines Tages in der großen leeren Küche stehen und sich fragen: Was nun?“ (c) ronald.sawatzki@t-online.de

 

Von Sybil Gräfin Schönfeldt ist nach ihrem Bestseller „Kochbuch für die kleine alte Frau“ bei der edition momente nun ihr „Kochbuch für den großen alten Mann“ erschienen – der sichtlich mehr ist als nur ein Aufguss einer schönen Titelidee. Das war Anlass für Fragen an die Erfolgsautorin:

Ich hatte einem Singele-Freund Ihr Kochbuch für die kleine alte Frau mitgebracht. Er witzelte, dass sei ja ideale Mitbringsel, wenn man von einer Gastgeberin mal nicht mehr eingeladen werden wolle.

Sybil Gräfin Schönfeldt: Das ist das Schöne an dem Titel. Wenn man ihn erklärt, kommt man gleich darüber ins Gespräch, dass dahinter ja eine fröhliche Idee steckt.

Dann frage ich doch gleich, was ich für unsere Sortimenter-Leser immer zuerst erfrage: Worum geht es in Ihrem neuen Buch? 

Ich habe das Kochbuch fürden großen alten Mann für Männer geschrieben, die nie kochen mussten oder wollten, und eines Tages in der großen leeren Küche stehen und sich fragen: Was nun?

Und mit welchem Argument kann eine Buchhändlerin das  aus Ihrer Sicht am besten verkaufen? 

„Männer aber müssen eigentlich erst einmal ein paar  Grundbegriffe lernen“

Das Kochbuch für den großen alten Mann ist kein klassisches Kochbuch. Ich erzähle aus meinem Leben, von den Begegnungen mit nicht nur alten Männern, für die das Essen etwas Vertrautes, das Kochen aber etwas Fremdes ist. Und ich gebe gleichzeitig ein paar notwendige Grundbegriffe und weise darauf hin, dass Kochen ganz einfach sein kann – auch für Männer.

Nett dass Sie nicht sagen, selbst für Männer. Kochmuffelige Männer sollen aber Lust aufs Selberkochen bekommen? 

Nicht nur kochmufflige Männer, sondern alle Männer sollten ihre Mahlzeiten selber zubereiten können. Kochen ist eine wunderbare Tätigkeit. Man macht etwas, das gut schmeckt, und empfindet eine ganz neue Art von Glücklichsein.

Die Titelidee finde ich wieder genial …

… sie war einfach da. Wie sollte denn der Nachfolgeband sonst heißen? Es ist ein Buch für alle Männer, die mit den klassisch formulierten Rezepten nicht zurechtkommen. Man lernt, wie leicht Kochen sein kann – und welch ein Vergnügen das Kochen ist.

Das »Kochbuch für den großen alten Mann« ist also nicht nur der zweite Aufguss einer schönen Titelidee?

„Hier ging es mir darum Lust darauf zu machen, als Single selbst im Alter seine Küche mit Freude zu organiseren“

Nein. Die kleinen alten Frauen haben meistens ein Leben lang für ihre Familie, ihren Ehepartner usw. gekocht. Sie können also kochen, bei diesem Band ging es mir darum Lust darauf zu machen, als Single selbst im Alter seine Küche mit Freude zu organiseren. Männer aber müssen eigentlich erst einmal ein paar  Grundbegriffe lernen.

Das stimmt, selbst bei ihrem Nassauer Eintopf (ein Teil Zwiebeln, ein Teil Kartoffeln, ein Teil Fleisch) mit seiner minimalistischen Einfachheit war ich mir nicht sicher, ob ich die Anweisung „schmoren“ richtig verstnaden hatte. Beim neuen Band ist Ihnen sehr elegant gelungen, uns Männern ein paar auch mir unbekannte Grundbegriffe näher zu bringen, ohne dass man das als Nachhilfeunterricht empfindet.

Danke.

Im Text scheiben Sie überMänner, die in meinem Alter sind …

…es ist natürlich auch ein Buch für jüngere Singels. Kinder oder sogar Enkel kaufen das Buch bestimmt auch für ihren hoffentlich geliebten Vater, Großvater und für andere. Aber sie können es genauso gut anderen Singles unter ihren Freunden schenken.

Sie beginnen Ihr Buch mit dem Hinweis auf Ihren Vater, der  „verhungert wäre, wenn er sich selbst hätte verköstigen müssen“, wenig später erzählen Sie von Großvaters Mehlsuppe oder von Ihrem hundertjährigen Onkel. Es gibt noch viele andere Beispiele von Männern in Ihrem Buch. Haben Sie die alle gekannt?

Die meisten von ihnen habe ich natürlich gekannt. Es gibt aber auch Geschichten von Freunden und Kollegen, in einem langen Leben wie meinem kommt vieles zusammen.

Ihre Erinnerungen im ersten Buch machen das Buch gerade zu einer Rarität. Auch in diesem erzählen sie wieder neue Geschichten. Haben Sie noch mehr auf Lager? 

Waschkörbe voll.

Die Fragen stellte Christian von Zittwitz

 

 

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