Bernhard Stäber über seinen Thriller "Raubtierstadt" (Acabus) „Ich setze meinen Romanfiguren gerne Situationen und Kulturen aus, die ihnen fremd sind“

Bernhard Stäber

Raubtierstadt titelt das Buch des Autors Bernhard Stäber, der damit bei Acabus einen psychologischen Thriller vorlegt, der sich an Liebhaber von Nordic Noir und an Leserinnen und Leser richtet, die sich für norwegische und samische Mythologie interessieren. Er hofft, dass sein Thriller über den Unterhaltungsanspruch hinaus ein Interesse an samischer Kultur weckt. Anlass für Fragen an den Autor:

BuchMarkt: Worum geht es in dem Buch?

Bernhard Stäber:  In Raubtierstadt kommt eine junge Frau aus dem indigenen Volk der Samen vom Polarkreis nach Oslo, um mehr über den Tod ihres Bruders herauszufinden. Sara Elin Persen gerät dabei ins Visier eines Mannes, der über Leichen geht, um ein antikes Wikinger-Artefakt in seinen Besitz zu bringen. Abgeschnitten von ihrer Familie in der Arktis und heimgesucht von den Erinnerungen an ihren toten Bruder bleibt Sara nur eines, um in Oslos Großstadtdschungel zu bestehen: selbst zum Raubtier zu werden und ihre Verfolger zu jagen.

Bernhard Stäber/Raubtierstadt/Thriller

Wie entstand die Buchidee?

Ich liebe es, meine Romanfiguren Situationen und Kulturen auszusetzen, die ihnen fremd sind und ihre Weltsicht herausfordern. Während der Recherche zu meiner Trilogie um den forensischen Psychologen Arne Eriksen begann ich mich mit samischer Lebensweise und Mythologie zu befassen und bekam Lust darauf, eine Hauptfigur zu erschaffen, die es von der Abgeschiedenheit des Polarkreises in eine typische westliche Großstadt verschlägt.  Der Erhalt der samischen Kultur steht durch Klimawandel und wirtschaftliches Interesse an den Rohstoffen in der Arktis vor großen Herausforderungen. Ich hoffe, dass mein Thriller über seinen Unterhaltungsanspruch hinaus ein Interesse an dieser faszinierenden Kultur weckt. Sichtbarkeit ist für indigene Völker überlebenswichtig.

Welche Leserschaft soll angesprochen werden?

Fans von Nordic Noir, von Skandinavienthrillern, aber auch Leser, die sich für norwegische und samische Mythologie interessieren. Grundsätzlich richtet sich der Roman an alle, die spannende Unterhaltung mit psychologischem Tiefgang schätzen.

Mit welchem Argument kann der Buchhändler das Buch am besten verkaufen?

Fans von Thrillern und Krimis lieben ja neben Spannung besonders das Eintauchen in Gegenden, Städte und Lebensweisen, die ihnen wenig bis unbekannt sind.  Raubtierstadt bietet mit seiner Hauptfigur einen kleinen Einblick in das Innenleben einer Frau vom Polarkreis, die damit kämpft, sich in der Großstadt zurechtzufinden.

Wird es eine Fortsetzung geben?

Nein, Raubtierstadt ist in sich abgeschlossen. Ich kann mir aber durchaus vorstellen, einzelne Figuren in einem zukünftigen Roman auftauchen zu lassen,  so wie eine Figur aus diesem Roman bereits einen kurzen Auftritt in meinem dritten Arne Eriksen-Thriller Kein guter Ort hatte.

Was lesen Sie privat gerne/aktuell?

Ich lese besonders gerne Spannungsliteratur und fantastische Literatur. Zur Zeit höre ich die deutsche Audiobuchversion der Rabenringe-Trilogie der norwegischen Fantasy-Autorin Siri Pettersen. Außerdem warte ich schon ungeduldig auf den nächsten Band von Elizabeth Hands Krimireihe um die ausgebrannte Punkikone und Fotografin Cass Neary, die 2020 erscheinen wird.

Welche Frage, die wir nicht gestellt haben, hätten Sie dennoch gerne beantwortet:

Schreiben Sie auch in anderen Genres?

Hier können Sie dies nun tun:

Ich schätze die Fantastik sehr und lasse mich gern von Mythologie und Folklore der unterschiedlichsten Kulturen für meine Romane im Fantastikgenre inspirieren, die größtenteils unter meinem Autorenpseudonym Robin Gates erschienen sind. Ich würde vermutlich selbst in eine Gebrauchsanweisung für eine Waschmaschine ein mythologisches Element einfließen lassen. Ein weiteres verbindendes Element bei allem, was ich bisher geschrieben habe, war unabhängig vom Genre immer Action und Spannung, sowie starke innere Konflikte der handelnden Figuren.

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