C. Bernd Sucher über sein Buch "Mamsi und ich" (Piper) „Verstörend, betörend, berührend“

C. Bernd Sucher

Wie wurde die Nachkriegsgeneration durch die Erfahrungen ihrer Eltern geprägt? Diese Frage stellt sich C. Bernd Sucher in seinem neuen, sehr persönlichen Buch Mamsi und ich (Piper) und erzählt von seiner Mutter, einer stolzen und starken Frau, die als Jüdin im Dritten Reich verfolgt wurde, das KZ überlebte und nach dem Krieg einen Protestanten aus konservativem Elternhaus heiratete.  Suchers Spurensuche zeichnet die schwierige, prägende Beziehung von Mutter und Sohn nach – Anlass für Fragen an den Autor:

BuchMarkt: Worum geht es in dem Buch?

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C.Bernd Sucher: Es ist die Geschichte meiner Familie von 1925 bis 2005, von der Geburt meiner Mutter bis zu ihrem Tod. Es ist die Geschichte einer jüdisch-protestantischen Familie. Und zugleich ist es meine Autobiographie.

Was ist die Intention dahinter, wie entstand die Buchidee?

Zwei Verlegerinnen, die meinen familiären Hintergrund kennen, haben mich ermutigt, Mamsi und ich zu schreiben.

Ich möchte erzählen und erklären, was Kindern angetan wird, die eine Mutter (oder einen Vater) haben, die (der) von den Nationalsozialisten verfolgt wurde und das KZ überlebte. Werden die Blessuren weitergegeben? Was stellen diese Opfer in der Erziehung an, werden ihre Kinder zu ihren Opfern. Meine überstarke Mutter versuchte mit mir dort anzuknüpfen, wo sie 1942 gewaltsam gestoppt wurde. Also war dieser Frau, die aus dem Leipziger Großbürgertum kam, das Wichtigste für ihren Sohn: eine Karriere, Vermögen etc.

Welche Leserschaft soll angesprochen werden?

Zeitgeschichtlich interessierte Leser. Leser, die von dem durchaus schmerzhaften Lebensweg eines Mannes erfahren möchten, der – jüdisch und homosexuell – sich befreit von der Mutter. Und kämpft mit dem Vater. Es ist ein Sachbuch – mit vielen Dokumenten, Briefen etc., aber zugleich auch ein Entwicklungsroman. Schließlich sollen die Leser angesprochen werden, die C. Bernd Sucher, den Journalisten (Süddeutsche Zeitung) und Autor schätzen.

Mit welchem Argument kann der Buchhändler das Buch am besten verkaufen?

Dieses Buch, das auf Fakten beruht, ist spannend und extrem emotional geschrieben. Und voller Überraschungen. Neben der persönlichen Geschichte wird auch deutsche Geschichte dargestellt.

Welche 3 Wörter umschreiben das Buch optimal? 

Verstörend, betörend, berührend.

Wird es eine Fortsetzung geben?

Nein!

Was lesen Sie privat gerne/aktuell?

Houellebecq: Serotonin; Thomas Mann : Die Essays 1914-1926; Elias Canetti: Ich erwarte von Ihnen viel – Briefe.

Welche Frage, die wir nicht gestellt haben, hätten Sie dennoch gerne beantwortet? Hier können Sie dies nun tun:

Wieso sind Sie so mutig, Ihr Leben wie Confessiones der Öffentlichkeit zu offenbaren – warum haben Sie sich nicht hinter einer Romanfigur versteckt?

 

 

 

 

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