Sein Buch "Siegfried" ist Verlags-, Kulturgeschichte und Geschichte der Bundesrepublik, wie man sie sonst nirgendwo zu lesen bekommt Jörg Schröder (80)

Dieses Foto von der diesjährige Buchmesse in Frankfurt ist eine kleine Sensation: Jörg Schröder (hier mit seiner Frau Barbara Kalender) und Abraham Melzer (l.) hatten  zuvor seit 50 (!) Jahren nicht mehr miteinander gesprochen. Warum? Das erschließt sich durch die Lektüre von Siegfried (durch Klick auf Foto zum Buch)

 

Kultbuch-Autor Jörg Schröder (“Siegfried“, gerade wieder neu bei Schöffling) wird heute achtzig Jahre alt. Dem legendären Verleger gratuliert sein Freund Ulrich Faure:

Lieber Jörg – 80 Jahre? Nun gut, da soll und darf und muss gratuliert werden: Du bist einer der umtriebigsten Menschen, die ich kenne, und davon konnte ich mich vor ein paar Tagen überzeugen, als wir beide und Barbara Kalender zusammen auf einer Bühne saßen, um aus der wunderbaren Neuausgabe von Siegfried bei Schöffling zu lesen. Aus der „Bombe im gelbem Umschlag“, wie Dieter E. Zimmer das Buch 1972 in der ZEIT nannte.

Ich werde hier den Teufel tun, deine Lebens- und Wirkensgeschichte für einen Jubelartikel hier noch einmal runterzubeten: das sollen die Leut, die es immer noch nicht getan haben, gefälligst im Siegfried selbst lesen. Der übrigens einen von Barbara gemachten 173seitigen Anhang zu Leben und Werk hat. Und wer es immer noch nicht weiß: Siegfried ist Verlags-, Kulturgeschichte und Geschichte der Bundesrepublik, wie man sie sonst nirgendwo zu lesen bekommt, in einem. So drastisch erzählt, daß Jörg bis heute einigen deutschen Richtern und Anwälten den Job gesichert hat.

Was ich mich immer wieder frage: MÄRZ Verlag(e), Schröder erzählt, Kriemhields Lache … wie hast du das alles in nur 80 Jahren hingekriegt? Jeder andere hätte für ein gedrucktes und -ungedrucktes Lebenswerk mindestens doppelt soviel Jahre gebraucht. Wobei man der Ehrlichkeit halber dazu sagen muß, daß du nicht einer bist, der 36 Stunden am Tag verbissen am Schreibtisch hockt, um alles ja nur fertigzukriegen. Nein, du bist eher der Typ, der das Leben genießt – wie: man lese Siegfried.

Ich habe an unserem Abend in Düsseldorf Rainald Goetz zitiert, und ich möchte es hier wieder tun (schon um zu beweisen, daß ich das mir nach der Veranstaltung geklaute Manuskript tatsächlich noch im Computer habe): „In Wirklichkeit betreibt Schröder seinen März Verlag … als Scheinfirma, deren eigentlicher Geschäftszweck das Sammeln, Speichern, Sortieren und Verwerten von Geschichten ist. Wobei Schröder ein so wunderbarer Schrotthändler ist, dem kein blödes Blech zu blöd, kein peinliches Detail zu abseitig, kein Gossip zu vertratscht und tantenhaft, jede Geschichte erzählenswert ist samt Nebengeschichten, Unternebengeschichtleins, Wertungen, Argumenten, Getaumel, hingeschriebene Welt, Erzählungen, Geschichte.“

Lieber Jörg, laß dich umarmen zu deinem Ehrentag – und bleib auf ewig so munter, wie du bist. Auf das nächste Bier (du weißt sicher die Sorte noch!) hier um die Ecke,

Dein Ulli Faure

Kontaktmaerz-verlag@t-online.de

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