Sebastian Böhm liefert in seinem Debüt "Immer diese Lehrer" 111 Gründe, warum sie uns in den Wahnsinn treiben “Mein Buch ist nicht als Form des Lehrer-Bashings gedacht, ich will ernsthaft kritisieren und aufrütteln”

Sebastian Böhm (c) Anne Kurras

Als unfreiwilliger Bildungsexperte zieht der 20-jährige Sebastian Böhm nach 14 “zumeist qualvollen” Klassenstufen Bilanz.

In seinem Debüt Immer diese Lehrer. 111 Gründe, warum sie uns in den Wahnsinn treiben (Schwarzkopf & Schwarzkopf/ET 15.9) geht es  um “unerhörte Stümper und “epische Tyrannen”, die Zweifel an der Effizienz unseres Bildungssystems aufkommen lassen.

Böhm selbst hat im Mai diesen Jahres nach diversen schulischen Umwegen seine allegemeine Hochschulreife erworben und studiert ab dem Wintersemester 2018/2019 Jura. Neben seinem Interesse für politische, ökonomische und gesellschaftliche Themen ist er Gründer und Chefredakteur des Online-Portals Le Mérite.

Er sagt: “Missstände und fragwürdige Mentalitäten müssen angeprangert und auf humoristische Weise beleuchtet werden, damit sich unsere Kinder und Kindeskinder einer besseren Ausbildungsrealität erfreuen können” – Anlass für Fragen an den Autor:

BuchMarkt: Worum geht’s in Ihrem Debüt?

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Sebastian Böhm: Immer diese Lehrer ist eine satirische Anekdotensammlung über Pädagogen, denen man weder als Schüler noch als Elternteil begegnen möchte und soll auf ebenso pointierte wie überzeichnende Weise den oftmals irren Alltag an deutschen Schulen illustrieren, um nicht zuletzt auch überzeugte Nostalgiker auf den Boden der Tatsachen zurückzuholen. Der Großteil des Buches möchte unterhalten, doch es sind auch ein paar ernstere und politische Kapitel – wie zum Beispiel das über die gesellschaftliche Überhöhung des Gymnasiums – dabei.

Wie entstand die Buch-Idee?

Meine Schullaufbahn war nicht nur lange und durchwachsen, sondern auch sehr facettenreich – da gab es selbst nach How To Survive Schule noch eine Menge zu sagen! Zudem gab mir die Publikation letztlich die Möglichkeit, auf Umwegen von schlechten Erfahrungen zu profitieren.

Lektüre, die sich also ausschließlich an Schüler richtet?

Nein. Immer diese Lehrer ist zwar aus Schülersicht erzählt, richtet sich aber durchaus an ein breiteres Publikum. Uns alle eint die gemeinsame Erfahrung des Schulbesuchs, weswegen auch ältere Personen Spaß beim Lesen haben dürften. Am besten eignet sich das Buch natürlich für Schüler, Lehrer, Eltern und alle anderen, die in irgendeiner Form unmittelbar mit dem Bildungsbetrieb zu tun haben.

Und der Buchhändler? Mit welchem Argument kann der das Buch am besten verkaufen?

Das ist eine leichte Frage, bei der ich auf meine letzte Antwort verweisen will! Schule bleibt auch in Zukunft ein brandaktuelles Thema, das jeden irgendwie betrifft. Und was lässt sich besser verkaufen als etwas, was jeden betrifft?

Das Buch könnte man auch als Form des Lehrer-Bashings interpretieren. Ist dem so?

Nein! Klar könnte man bei 111 Anekdoten über schlechte Lehrer den Eindruck gewinnen, ich würde mich über den Berufsstand als solchen echaufffieren, doch das gilt es mit aller Deutlichkeit zurückzuweisen: Ein guter Pädagoge ist mehr wert als Gold; er kann das Leben seiner Schüler positiv verändern und mitgestalten. Umso wichtiger wäre es deshalb, dass sich der ein oder andere meine Kritik zu Herzen nimmt.

Drei Wörter, die Ihr Debüt perfekt beschreiben…?

Sarkastisch, lustig, (gesellschafts-)kritisch.

Wie geht es nach Immer diese Lehrer weiter?

Ich habe einen –  wie ich hoffe -tiefgründigen Roman begonnen, für den ich mir eine ganze Weile Zeit nehmen will. Nie waren meine Ansprüche höher und ich hoffe, diesen gerecht werden zu können.

Welche Frage, die wir nicht gestellt haben, hätten Sie dennoch gerne beantwortet?

Welchen Rat würden Sie Schülern und jungen Menschen geben, wenn Sie auf die eigene Schulzeit zurückblicken?

Hier können Sie dies nun tun:

Gebt niemals auf! Ich habe in meinem bisherigen Leben – gerade in Bezug auf die Schule, aber auch sonst – viele Fehler gemacht, musste Ansichten überdenken und bin unzählige Male gescheitert. Rückschläge wegzustecken und mit einer positiven Mentalität weiterzumachen, separiert Gewinner von Verlierern. Nach durchaus schwierigen Jahren bringe ich jetzt meine zweite Verlagspublikation auf den Markt und beginne das Studium an genau der Uni, die schon lange so etwas wie der Heilige Gral für mich gewesen ist. “Wir können nach den Sternen greifen, weil wir zu jung sind, um es nicht zu tun”, sagte ich in meiner Abschlussrede – und das ist es, was ich jungen Menschen gerne mit auf den Weg geben würde.

Last but not least: Was lesen Sie privat gerne/aktuell?

Momentan lese ich die deutsche Übersetzung von The Wild Palms von William Faulkner, bei der mich vor allem die sprachliche Brillanz des Autors schwer beeindruckt.

 

 

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