Barsortiment Könemann geht „strategische Allianz“ mit Libri ein / Hagener Logistikstandort wird geschlossen / Betroffen sind 234 Mitarbeiter

Zum Ausbau und Erhalt der Versorgung des Sortimentsbuchhandels hat sich das Barsortiment Könemann entschieden, mit Libri eine „strategische Allianz“ einzugehen. Ziel der Partner ist es, die „Wettbewerbsfähigkeit im Buchhandel zu sichern und mit Könemann ein unabhängiges Barsortiment mit der Nähe zum Handel und zu den Kunden zu erhalten“.

„Wir verknüpfen die Stärken eines großen Barsortiments wie z.B. die Libri-Titelzahl mit den Stärken unseres Hauses“, so Geschäftsführer Stefan Könemann. Für die Kunden soll sich nur ändern, dass sie ihre bestellte Ware in einer Libri Wanne und nicht mehr aus Hagen bekommen. „Alle vereinbarten Konditionen bis hin zu den späten 19 Uhr Bestellpunkten in NRW gelten weiter“, so Stefan Könemann. Auch bei den umsatzabhängigen Boni werden Könemann Kunden keine Nachteile durch den Wechsel Mitte 2012 haben, so Könemann.

Alle Einzelheiten werde man den Kunden wie stets in persönlichen Gesprächen erläutern. „Konditionentreue, Sortimentserweiterung und die bewährten Ansprechpartner fürs Sortiment sind die tragenden Säulen dieses Modells“, so Stefan Könemann.

Bereits heute liefern Könemann und Libri durch den Hera Bücherwagendienst in weiten Teilen NRWs und Rheinland-Pfalz` gemeinsam aus, wobei die Warenströme aus zwei Lagern, Hagen und Bad Hersfeld, zusammengeführt werden müssen. Dieser Schritt entfällt zukünftig, was Zeit und Geld spart.

Nach Genehmigung durch das Bundeskartellamt soll mit der Umsetzung des Vorhabens
begonnen werden.

Betroffen von der Schließung des Hagener Logistikstandorts sind 234 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, davon 59 Vollzeitkräfte und 175 Teilzeit- und Saisonkräfte.

Über diese Pläne wurde heute die Belegschaft auf einer Betriebsversammlung informiert, nachdem unmittelbar zuvor mit dem Betriebsrat beraten wurde. Geschäftsführer Jörg Könemann benannte als Gründe für diesen Schritt die fortschreitende Konzentration auf dem deutschen Buchmarkt, die kleineren Marktteilnehmern wie dem Hagener Familienunternehmen und dessen Kunden das Leben schwer mache. Könemann ist als einziger regionaler Anbieter in Deutschland das kleinste von nur noch vier bestehenden Barsortimenten.

Die fortschreitende Filialisierung des Bucheinzelhandels habe zu einer drastischen Verringerung von inhabergeführten kleinen und mittleren Buchhandlungen geführt. „Viele unserer besten Kunden haben in den vergangenen Jahren ihren Betrieb verkleinert, eingestellt, wurden von Ketten übernommen oder sind insolvent geworden“, so Jörg Könemann. Auch die Konkurrenz durch den Internet-Versand, allen voran Marktführer Amazon, bereitet den stationären Buchhandlungen existentielle Probleme. Um im Internet-Geschäft als Lieferant (Großhändler) zu bestehen, sei auch eine enorme Anzahl an Lagertiteln und Exemplaren vorzuhalten. Dies erfordere finanzielle Mittel in Millionenhöhe, was derzeit nur von den großen Marktteilnehmern der Branche geleistet werden könne.

„All unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist schon lange klar, dass wir wirtschaftlich unter dem Umbruch der Branche leiden“, so Könemann. „Dass uns die langjährigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern trotz stagnierender Einkommen stets die Treue gehalten haben, hat entscheidend dazu beigetragen, dass wir uns so lange am Markt behaupten konnten“, dankte Könemann ausdrücklich im Namen der ganzen Familie seiner Belegschaft für deren Einsatz. Daher sei es selbstverständlich, dass alles daran gesetzt werde, mit dem Betriebsrat Lösungen für ein sozialverträgliches Ausscheiden der Belegschaft zu finden.

Kommentare (0)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.