Spezialpreis Vermittlung geht an das Centre de traduction littéraire in Lausanne und das Übersetzerhaus Mooren, sieben Autorinnen und Autoren erhalten Schweizer Literaturpreise Zsuzsanna Gahse erhält den Schweizer Grand Prix Literatur

Zsuzsanna Gahse erhält den Schweizer Grand Prix Literatur 2019 für ihr GesamtwerkDer Spezialpreis Vermittlung geht an das Centre de traduction littéraire in Lausanne und das Übersetzerhaus Looren. Neben diesen beiden Auszeichnungen werden die Schweizer Literaturpreise für im vergangenen Jahr erschienene literarische Werke an sieben Autorinnen und Autoren vergeben. Die Preisverleihung findet am 14. Februar 2019 in der Nationalbibliothek in Bern statt.

Zsuzsanna Gahse wurde 1946 in Budapest geboren. 1956 flüchtete sie mit ihrer Familie aus Ungarn und ließ sich zuerst in Wien und später in Kassel nieder. 1983 erschien ihr erster Roman Zero, den sie auf Deutsch verfasste. Zsuzsanna Gahse lebte lange in Stuttgart, danach in Luzern und seit 1998 in Müllheim TG. Das Werk von Zsuzsanna Gahse, das über vierzig Bücher und unzählbare Veröffentlichungen umfasst, befindet sich laut Jury „im Zwischenraum zwischen Prosa und Poesie“. Überzeugt haben die Jury „das Interesse der Autorin für Sprache und Wörter und die Beobachtung gesellschaftlicher Phänomene, aber auch der Sprachklang und die Tempowechsel sowie der nicht nur spielerische Witz und die Ironie“.
Das Centre de traduction littéraire in Lausanne wurde 1989 gegründet. Seither bietet es ein vielfältiges Programm an Lesungen, Tagungen, Ausgaben und Weiterbildungen und zeigt so die Wichtigkeit der literarischen Übersetzung auf, befasst sich mit deren Herausforderungen und untersucht ihre Bedeutung. Das Übersetzerhaus Looren in Wernetshausen ZH ist mit seiner Bibliothek, den Gemeinschafts- und Arbeitsräumen, den Ausbildungen, Stipendien und Veranstaltungen ein herausragender Ort für Literaturübersetzerinnen und -übersetzer aus den verschiedensten Bereichen. Mit dem gleichzeitig an das Centre de traduction littéraire und das Übersetzerhaus Looren vergebenen Spezialpreis Vermittlung würdigt das Bundesamt für Kultur (BAK) „die Pionierarbeit der beiden Institutionen für die Förderung der literarischen Übersetzung und ihre wichtige Rolle in der Literaturvermittlung“.
Von den 2018 erschienenen Werken, die am Wettbewerb teilgenommen haben, wurden die Folgenden durch die Eidgenössische Jury für Literatur ausgezeichnet:   

  •  Elisa Shua Dusapin, Les Billes du Pachinko (Zoé)
  •  Alexandre Hmine, La chiave nel latte (gabriele capelli editore)
  •  Julia von Lucadou, Die Hochhausspringerin (Hanser)
  •  Anna Ruchat, Gli anni di Nettuno sulla terra (Ibis)
  •  Patrick Savolainen, Farantheiner (Verlag die brotsuppe)
  •  José-Flore Tappy, Trás-os-Montes (La Dogana)
  •  Christina Viragh, Eine dieser Nächte (Dörlemann)

Das BAK vergibt jedes Jahr die Schweizer Literaturpreise. Der Schweizer Grand Prix Literatur zeichnet das Gesamtwerk einer Autorin oder eines Autors aus. Alle zwei Jahre wird im Wechsel mit dem Spezialpreis Übersetzung der Spezialpreis Vermittlung vergeben, den sich in diesem Jahr zwei Institutionen teilen. Zusätzlich zu diesen mit je 40.000 Franken dotierten Auszeichnungen werden jährlich Preise für im vergangenen Jahr erschienene Einzelwerke ausgeschrieben. Die Preisträgerinnen und Preisträger erhalten je 25.000 Franken und werden durch spezifische Förderungsmaßnahmen unterstützt, die ihre Werke auf nationaler Ebene bekannt machen sollen. Insbesondere werden in der ganzen Schweiz Lesungen organisiert, die es den Autorinnen und Autoren ermöglichen, ihr Publikum über die Sprachgrenzen hinaus zu vergrößern.

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