Vorschau auf die Frankfurter Buchmesse: Autoren, The Arts+, Bookfest und viele Preise

Im Restaurant Margarete am Haus des Buches in Frankfurt fand heute Vormittag eine Pressekonferenz mit Blick auf die in vier Wochen startende 69. Frankfurter Buchmesse statt, zu der Pressesprecherin Katja Böhne die Medienvertreter begrüßte.

Katja Böhne, Tobias Voss, Kathrin Grün, Lars Birken-Bertsch

 

Lars Birken-Bertsch, seit gut einem Jahr für das Business Development im deutschsprachigen Raum bei der Frankfurter Buchmesse zuständig, unterstrich ein Ziel der Messe: Autoren sollen stärker in den Vordergrund rücken. Entsprechend lang ist die Liste der Stars und Sternchen, die zur Messe erwartet werden, die Namen auf den sieben Seiten reichen von Cecilia Ahern über Margaret Atwood, Dan Brown, Emmanuel CarrèreKen Follett, Richard David Precht, Sven Regener bis Antje Zillat.

Erstmals wird das Literarische Quartett auf der Buchmesse, und zwar im Pavillon des Ehrengastes, aufgezeichnet und gesendet.

In der Stadt, konkret in der Neuen Mainzer Straße 57, wird es ein Bookfest Bistro geben, in der Gallusanlage 2 die Bookfest Lounge in der Bar AMP.

„Wir haben jetzt schon dreimal so viele Karten für Publikumsveranstaltungen verkauft, als vor der Messe 2016“, unterstrich Katja Böhne. Erstmals wurden bereits vor Ostern die Ticketshops geöffnet.

Wirtschaftlich bewege sich die Messe etwa auf Vorjahresniveau. Der deutsche Markt hat sich trotz der Rückzahlungen an die VG Wort gut behauptet. Süd-Ost-Asien beteiligt sich verstärkt. „Kleine Länder kommen mit gar nicht so kleinen Ständen“, bemerkte Böhne. Georgien sei stark vertreten. Niger, Madagaskar und Gabun kommen zum ersten Mal zur Messe.

Eine Überraschung hat sich (wieder einmal) der Zürcher Verlag Kein & Aber ausgedacht: Er wird die Agora um einen vierstöckigen Containerturm bereichern.

In Halle 4.0 wird ein richtiges Buchhändlerzentrum wiedereröffnet und Lesungen, Fachvorträge und weitere Veranstaltungen anbieten.

In Halle 4.2 ist erstmals eine World of Learning vorgesehen.

Kathrin Grün, Abteilungsleiterin Kommunikation, sprach über The Arts+: „Das Festival in der Halle 4.1 hat sich auf 3000 Quadratmeter erweitert und beschäftigt sich mit neuen Technologien, die der Besucher auch selbst ausprobieren kann.“ Partner des Festivals sind unter anderen das Zentrum für Kunst und Medien Karlsruhe, das European Creative Business Network (ECBN) und New European Media (NEM).

Ehrengäste sind dieses Jahr zwei Roboter; einer schreibt mit Hilfe von Algorithmen neue Texte in drei verschiedenen Sprachen, ein weiterer wird Interviews geben.

Für Marketingexperten steht das Programm The Bigger Splash mit verschiedenen Formaten zur Verfügung.

Erstmals wird ein Buchblog-Award verliehen, auf der Messe wird außerdem ein Bloggercamp eingerichtet.

Ob Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron kommen wird, entscheidet sich erst unmittelbar vor Messebeginn. Fest steht allerdings schon, dass über 180 französischsprachige Autoren erwartet werden; die Französische Sprache, um die es bei der Messe 2017 geht, wird in 80 Ländern gesprochen. 269 Verlage aus dem französischen Sprachraum werden erwartet. 143 deutsche Verlage legen rund 550 Übersetzungen vor.

Über das Zentrum Weltempfang sprach Tobias Voss, Geschäftsleitung Internationale Projekte: „In diesem Jahr beschäftigen wir uns mit Krise, Ordnung und Gestaltung. Zu diesem Komplex wird es zahlreiche Diskussionen geben.“ Das Programm des Zentrums Weltempfang werde gerade gedruckt. Neu ist Weltempfang Satelliten: Messedirektor Juergen Boos lädt am Messe-Mittwoch, -Donnerstag und -Freitag jeweils um 9.30 Uhr zu einem Pressegespräch in den Business Club ein. Gesprächspartner sind Åsne Seierstad, Hans Leyendecker, Can Dündar, Burhan Sönmez, Thomas Wagner und Gerald Hensel.

Katja Böhne, Juergen Boos, Kathrin Grün, Lars Birken-Bertsch

 

„Die Rechten werden auf der Frankfurter Buchmesse keine Veranstaltungen durchführen“, beantwortete Katja Böhne die Frage eines Journalisten. „Sollte es allerdings an den Ständen zu Gesprächen kommen, werden wir, solange nicht gegen deutsches Recht verstoßen wird, nichts unternehmen. Das gehört zur Meinungsfreiheit“, ergänzte Juergen Boos, der aufgrund ausgebuchter Flüge erst später zur Pressekonferenz hinzukam. „Ausgeschlossen wird keiner, das haben wir auch international abgestimmt“, unterstrich der Messedirektor.

JF

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