Auszeichnungen Vierter – und letzter? – Frankfurter Jugendliteraturpreis

Gestern Abend wurde in der Stadtbücherei Frankfurt in feierlichem Rahmen der vierte Jugendliteraturpreis der Stadt vergeben. Initiator Levend Seyhan, Vorsitzender des Vereins jung kreativ, wurde bei der Organisation von CoLibris, Förderkreis Stadtteilbücherei und Kultur Niederrad; dem Verein Bücherbummler – Lesen und Vorlesen im Rhein-Main-Gebiet und vom Verein Sprich unterstützt.

Moderatorin Daria Eva Stanco begrüßte die Gäste: „Mit 135 Wettbewerbseinreichungen wurde ein Rekord erzielt. Schulen unterstützten das Projekt.“ Sie dankte den Partnern und Sponsoren Stadtbücherei, Stiftung Polytechnische Gesellschaft, Fazit-Stiftung, Metzler-Stiftung, Chaja Stiftung, Frizz – Das Magazin, Athlon Place Stiftung und dem Unternehmen Ringelsuse.

Die Schirmherrin und Dezernentin für Integration und Bildung Sylvia Weber lobte das Schreiben: „Ein Schreibender hat viel mehr Leben durchlebt. Schreiben macht einfühlsamer und verständnisvoller.“ Der Frankfurter Jugendliteraturpreis sei eine Chance, sich selbst zu entdecken. Erfreulich sei die Tatsache, dass 17 Schulen das Projekt förderten. Weber dankte auch den Eltern, die ihre Kinder zum Schreiben ermutigten.

Levend Seyhan verkündete eine traurige Nachricht: „Das ist wohl der letzte Jugendliteraturpreis.“ Seyhan brachte vor sieben Jahren das Projekt auf den Weg. Nun sei die Arbeit neben der vollen Berufstätigkeit nicht mehr zu schaffen. Aber vielleicht findet sich ja jemand, der das gerne übernimmt – hofft der Initiator.

In diesem Jahr wurden drei Schulen – die Ziehenschule und die IGS West in Frankfurt mit jeweils zwölf und 13 Teilnehmern sowie die Leibnizschule Offenbach mit 29 Teilnehmern – für die Förderung der Schreibenden geehrt.

Dann begannen die Lesungen der Preisträger in drei Alterskategorien. Jeweils die ersten drei Platzierten und die mit einer Anerkennung Ausgezeichneten – übrigens alle weiblich – trugen ihre Geschichten vor. Ausgewählt wurden Erzählungen, deren Autoren zunächst anonym blieben, von der Jury, der in diesem Jahr Isabella Caldart, Journalistin und Bloggerin; Sarah Reul, Buchhändlerin und Bloggerin (Pinkfisch), sowie Helga Preugschat, Kinderbuchlektorin bei Fisch KJB, angehörten.

In der Altersklasse zehn bis zwölf Jahre landeten Miriam Heeßel, Tanja Blum und Lea Gismarvik auf den ersten drei Plätzen, Natalie Holzinger erhielt eine Anerkennung. „Es sind durchgehend gesellschaftskritische Texte“, merkte Jurorin Sarah Reul an.

Bei den 13- bis 15-Jährigen kamen Josephine Oeß, Jessica Bender und Nele Nentwich auf die ersten drei Plätze, Anna Teubner wurde mit einer Anerkennung geehrt. „Bei den Geschichten geht es um Gefühle und Freundschaften“, sagte Jurymitglied Helga Preugschat.

In der Altersgruppe 16 bis 19 Jahre kürte die Jury Zoë Bolz, Katharina Gries und Caroline Rohr auf die vorderen Plätze und verlieh Josi Roselt eine Anerkennung. „Es sind emotional starke und zugleich poetische Texte“, wertete Jurorin Isabella Caldart.

Die Erstplatzierten erhielten neben den Geschenkkörben mit Büchern und Süßigkeiten je 100 Euro, die Zweitplatzierten 75 Euro und die Drittplatzierten 50 Euro. Die mit Anerkennungen Bedachten bekamen zudem je 25 Euro.

Auch zum vierten Frankfurter Jugendliteraturpreis ist ein Sammelband mit den 25 besten Erzählungen erschienen, herausgegeben wurde die Anthologie von Debora Tabea Classen, Lena Hinrichsen und Sarah Winter.

Wäre schade, wenn das Projekt Frankfurter Jugendliteraturpreis, das von Jahr zu Jahr erfolgreicher wurde, nach vier Auflagen eingehen würde.

JF

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