Verlage Aufatmen bei den Verlagen nach der Abstimmung in der VG Wort-Mitgliederversammlung‎: Das in Kürze startende Abtretungsverfahren kann nun unter Einbeziehung der VG Wort stattfinden

Wie schon von der letzten außerordentlichen Mitgliederversammlung gewohnt, ist ordentlich Stimmung im Saal, wenn es um die Zukunft der VG Wort geht. Während Verleger und nahezu alle Autoren zu erkennen geben, dass sie die ewigen Streitereien leid sind‎ und nach vorne blicken und der im Raum stehenden Verrechnungslösung gerne zustimmen würden, geht regelmäßig ein kollektives Aufstöhnen durch den Saal wenn kritische (Autoren-) Geister wie Martin Vogel oder Ilja Braun immer wieder die Schlachten der Vergangenheit fechten.

So wollen sie auch dieses Mal wissen, warum die VG Wort nicht alle Auszahlungen seit 2002 von den Verlagen zurückverlangt und wünschen, die Rechtsgutachten einsehen zu dürfen, aufgrund derer die VG Wort die Rückforderungen nicht weiter als bis ins Jahr 2012 stellt.

Fast schon kurios der mit drohendem Unterton vorgetragene Vorschlag eines Autors, dass alle Abstimmungen namentlich erfolgen sollen, um etwaige Haftungsfragen für die Folgen der Abstimmung direkt an die Sitzungsteilnehmer adressieren zu können.

Hierzu gab es einen nachgerade vernichtenden Antwortbeitrag des Urheberrechtsprofessors Loewenheim, der ‎nüchtern darauf verwies, dass Vereinsmitglieder, und die VG Wort ist als Verein organisiert, nie für ihren Verein haften müssen.

Schon interessanter als dieses kleinliche Nachkarten waren Wortmeldungen wie die des „Freischreiber“-Vorsitzenden Benno Stieber, der ankündigt, gegen die anonymisierte Verrechnungslösung über die VG Wort als eine Art Clearingstelle zu stimmen. Sollte er, wie im September schon, eine Sperrminorität in seiner Berufsgruppe ‎organisieren, scheitert die Verrechnungslösung insgesamt. Dann müssten und würden die Verlage die Abtretung selber organisieren. Dies wäre also möglich, würde aber die Organisation der Rückzahlungen der Verlage verkomplizieren und letztlich den Geldeingang bei den Autoren verzögern. Vor allem wäre die VG Wort, wie wir sie kennen, nämlich als Interessengemeinschaft von Autoren wie Verlagen, endgültig Vergangenheit.

Das Abstimmungsergebnis: ‎Die Verrechnungslösung unter Einbeziehung der VG Wort als Clearingstelle wurde in ALLEN sechs Berufsgruppen, also auch der Berufsgruppe 2, wo die „Freischreiber“ organisiert sind, mit der nötigen 2/3 Mehrheit angenommen. Das in Kürze startende Abtretungsverfahren  wird damit unter Einbeziehung der VG Wort stattfinden können.

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