Unabhängige österreichische Verlage präsentierten sich in Berlin

Gestern Abend trafen sich zahlreiche Journalisten und Buchhändler in der österreichischen Botschaft zu einer Entdeckungsreise in die Vielfalt der unabhängigen Verlage des Alpenlandes. Sie waren einer Einladung der Arbeitsgemeinschaft Österreichische Privatverlage gefolgt, die den Presseabend bereits zum fünften Mal in Berlin anbot.

Botschafter Nikolaus Marschik (r.), Alexander Potyka

Die Terrasse und der Garten der Botschaft am Rande des Tiergartens boten an diesem warmen Sommerabend wieder eine schöne Kulisse für die Veranstaltung. Zwar gab es nach der Niederlage der Österreicher im EM-Spiel gegen Island einige traurige Gesichter, doch Botschafter Nikolaus Marschik hatte in seiner Begrüßung einen Trost parat. „Wir werden jetzt doch nicht Europameister“, sagte er „Dafür sind wir Weltmeister in Kultur und Kunst.“

Alexander Potyka, Sprecher der Arbeitsgemeinschaft und Verleger des Picus Verlags, verwies darauf, dass es auch jenseits der großen Autorennamen viel zu entdecken gibt. „Ich hoffe, dass Sie sich ein Leben ohne Bücher aus unabhängigen österreichischen Verlagen nicht vorstellen können“, betonte er.

In einem Gespräch mit dem österreichischen Journalisten Bert Rebhandl stellten sich die anwesenden Verlegerinnen und Verleger vor und machten Lust auf aktuelle Bücher. Ihnen allen war anzumerken, dass sie ihre Titel mit viel Herzblut publizieren und für sie einstehen. Richard Pils vom Verlag Bibliothek der Provinz hatte unter anderem Farben in Marrakesch, ein Fotobuch von Ronnie Niedermeyer mitgebracht. Der in Berberleinen gebundene Band weckte Begehrlichkeiten.

Gerlinde Tamerl, Presseleiterin beim Haymon Verlag kündigte einen neuen Roman von Michael Krüger an. Das Irrenhaus ist bereits das zweite Buchprojekt, das der ehemalige Hanser-Verleger mit Haymon realisiert. „Wir fassen das als großes Kompliment auf.“ Bei Czernin verspricht man sich viel von Catherine Hickleys Gurlitts Schatz und der Literaturverlag Droschl freut sich schon auf die Tage der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt, wo der israelische Autor Tomer Gardi einen Ausschnitt aus dem im Herbst erscheinenden Buch Broken German lesen wird.

Insgesamt präsentierten sich folgende Verlage: Bibliothek der Provinz, Braumüller, Czernin, Drava, Droschl, Edition Korrespondenzen, Folio, Haymon, Jung und Jung, Milena, Passagen, Picus, Promedia und Wieser.

Die Teilnehmer des Presseabends, dessen Organisation wieder in den bewährten Händen von Henrike Blum (Presse- & Literaturbüro Wien) lag, begutachteten an den Büchertischen die Verlagsprogramme, tauschten sich bei Wiener Schnitzel und Grünem Veltliner über ihre Entdeckungen aus und nahmen viele Anregungen mit nach Hause.

ml

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