Regierung plant, beim Bundesanzeiger-Verlag ganz auszusteigen

Die Bundesregierung will ihre verbleibende Beteiligung am Bundesanzeiger Verlag verkaufen. Mögliche Interessenten wurden aufgefordert, Angebote abzugeben. Nach Informationen der „Financial Times Deutschland“ läuft derzeit ein Bieterverfahren für den 35,1-prozentigen Anteil, den der Bund noch an dem Kölner Unternehmen hält.

“Zu laufenden Verkaufsprozessen äußern wir uns nicht”, sagte eine Sprecherin des Finanzministeriums auf Anfrage. Neben dem Bund besitzen der Verlag DuMont Schauberg und die Herausgebergemeinschaft Wertpapier-Mitteilungen, die auch die “Börsen-Zeitung” herausgibt, jeweils 32,45 Prozent an dem Verlag. In den 90er Jahren hatte die Regierung Teile des Unternehmens privatisiert, damals aber erklärt, sie wolle 25,1 Prozent behalten. Nun plant das Finanzministerium offenbar wegen seiner klammen Haushaltslage den vollständigen Ausstieg.

Die ersten Bieter sind dem Vernehmen nach bereits aus dem Verfahren ausgeschieden, das seit vergangenem Jahr läuft. Interesse angemeldet hatten nach Insiderinformationen unter anderem die Beteiligungshäuser EQT und Apax, sowie die zum schwedischen Bonnier-Verlag gehörende Tochter Bonnier Business Information. Den Schweden gehört bereits der auf Firmeninformationen spezialisierte Hoppenstedt Verlag. Denkbar sei auch, dass die Miteigentümer des Bundesanzeiger Verlags ihren Anteil verkaufen oder aufstocken wollen.

Hinter der Herausgebergemeinschaft Wertpapier-Mitteilungen (WM-Gruppe) stehen die Verleger-Familien Lehmann und Keppler, die Interessengemeinschaft Frankfurter Kreditinstitute sowie mit einem Anteil von 24,26 Prozent die Verlagsgruppe Handelsblatt.

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