Luchterhand lässt Vorwürfe der Bereicherung in der Nazi-Zeit von Siegfried Lokatis aufarbeiten

Dr. Siegfried Lokatis, Professor für Buchwissenschaft an der Universität Leipzig, wird im Rahmen eines Seminars seines Masterstudiengangs für Kommunikations- und Medienwissenschaft in den kommenden zwei Jahren die wissenschaftliche Aufarbeitung der Geschichte des Luchterhand Verlags in der NS-Zeit behandeln.

Nach einem Bericht der Berliner Tageszeitung taz vom 11. August [mehr…] soll sich der Luchterhand Verlag, gegründet 1924 und Vorgänger des heutigen Luchterhand Literaturverlags, in sehr zweifelhafter Weise bereichert und von der Unterdrückungspolitik der Nationalsozialisten profitiert haben.

Georg Reuchlein, Verleger des Luchterhand Literaturverlags, hatte bereits im Zuge der taz-Recherchen mitgeteilt, dass dem Verlag sehr an einer rückhaltlosen und unabhängigen Aufarbeitung der Verlagsgeschichte in der NS-Zeit gelegen sei. „Ich bin sehr froh, dass wir mit Professor Siegfried Lokatis einen so renommierten Wissenschaftler für dieses Forschungsprojekt gewinnen konnten“, sagt Reuchlein.

Lokatis wird sich nun mit seinen Masterstudenten in den kommenden zwei Jahren dem Thema widmen. „In einem ersten Schritt geht es vor allem um die Sichtung und Bewertung der Archivlage“, sagte Lokatis. Nach Möglichkeit sollen auch externe Fachleute und Zeitzeugen in die Forschungsarbeit einbezogen werden. Ein erstes Treffen mit dem Autor des taz-Artikels, Philipp Gessler, im Rahmen des Seminars habe bereits stattgefunden, so Lokatis weiter.

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