Langewiesche-Brandt: C.H.Beck übernimmt große Teile des Programms / “55 Jahre gegen den Strom geschwommen”

Kristof Wachinger:
“Bei Beck ein
ansehnliches Umfeld
gefunden”

Das ist wieder so eine Zäsur, die man mit Wehmut betrachten muss: Kristof Wachinger (Foto) hat einen Großteil seines Langewiesche-Brandt-Programms verkauft. Der Grund liegt auf der Hand: “Ich werde nicht müde, aber alt” – im Mai wird Wachinger, der bis 2005 auch noch im “Nebenamt” Herausgeber der zweisprachigen Reihe des dtv war, die er mit großer Sorgfalt und Leidenschaft betreut hat, achtzig Jahre alt.

Doch man registriert mit Freude, dass sein Verlag weiterleben wird – die Programmübernahme geht auf langjährige, freundschaftliche Beziehungen zwischen den Familien Beck und Langewiesche/Wachinger zurück – so kann man sicher sein, dass seine Arbeit weiterleben wird. Das Frühjahrsprogramm wird noch einmal seine Handschrift tragen – und dann bei C.H.Beck ab 1.7. weiterbestehen.

Es wird in das Programm von C.H. Beck Verlag integriert und soll in einem Stil

Dr. Wolfgang Beck:
Langjährige Freundschaft
hat den Übergang
leichter gemacht

fortgeführt werden, der demjenigen, den er geprägt hat, nahe ist, wie der Verlag mitteilt. Zum Programm gehören der Gedichtekalender „Kleiner Bruder“, der in Zukunft unter dem Titel „Beck’scher Gedichtekalender“ erscheinen wird, sowie die angesehene Reihe „textura“. Autoren des Verlags Langewiesche-Brandt sind unter anderen E.E. Cummings, Robert Frost, Albrecht Haushofer, Richard Leising, Paula Ludwig, Jochen Missfeldt, Albert von Schirnding und Georg von der Vring.

Der in Ebenhausen bei München ansässige Verlag hat im Jahr 2006 sein 100jähriges Verlagsjubiläum gefeiert und ist spezialisiert auf Lyrik und erzählerische Literatur. Wachinger hatte die Verlagsleitung 1954 von seinem Großvater und Verlagsgründer Wilhelm Langewiesche übernommen.

Seine Frau Helga und er haben den Verlag seither “gemacht”, wie er sagt. Aber er stellt auch fest: “Mit einem Verlag wie dem unserenkann man künftig keine Familie mehr ernähren. Darum machen wir und unsere Kinder und Enkel nicht den Versuch, ihn fortzuführen. Wir haben Ausschau gehalten nach einem ansehnlichen Umfeld für unsere Autoren und nach Sympathie für manches von uns Begonnene.” Beides haben wir “bei den Freunden vom C.H. Beck Verlag gefunden”.

Nicht ohne Stolz kann Kristof Wachinger aber konstatieren: “Die Chronik zum Jubiläum 2006 mag daran erinnern, dass bei uns aucherfolgreiche Bücher erschienen sind. Aber meistens und insgesamt sind wir gegen den Strom geschwommen, fünfundfünfzig Jahre lang.”

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