Zukunft von Sony BMG in Gefahr

Nach dem Urteil des EuGH müssen Sony und Bertelsmann die vor knapp zwei Jahren erfolgte Fusion [mehr…] ihrer Musiksparten von der EU-Kommission komplett neu genehmigen lassen, [mehr…] meldet SPIEGEL online.

Die Luxemburger Richter warfen der EU-Kommission in ihrer Urteilsbegründung erhebliche Fehler bei der Prüfung des Falls vor. Nach Ansicht der Europa-Richter hatte die EU-Kommission vor ihrer Fusionserlaubnis vom Juli 2004 nicht eingehend genug geprüft, ob das neue Unternehmen Sony BMG eine unzulässige monopolähnliche Stellung auf dem europäischen Markt hat.

Für ihre These eines uneingeschränkten Wettbewerbs habe die Kommission nicht alle relevanten Unterlagen in die Prüfung einbezogen. Den Beteiligten bleiben nun zwei Monate Zeit, um das Urteil anzufechten.

Die EU-Kommission kündigte bereits eine sehr sorgfältige Prüfung des Richterspruchs an. Den Unternehmen müssen nun innerhalb einer Woche erneut die nötigen Dokumente zur Prüfung des Zusammenschlusses einreichen.

Sony BMG mit Sitz in New York ist nach Universal der zweitgrößte Musikkonzern der Welt. An dem im August 2004 gegründeten Unternehmen sind Bertelsmann und Sony jeweils zur Hälfte beteiligt.

Auf Grund unterschiedlicher Unternehmensphilosophen war es in jüngster Vergangenheit häufig zu Querelen gekommen, die im Wechsel an der Vorstandsspitze gipfelten. Der von Sony eingesetzte Vorstandschef Andrew Lack musste seinen Posten für den Bertelsmann-Manager und früheren BMG-Chef Rolf Schmidt-Holtz räumen.
Gegen das Plazet aus Brüssel hatte die “Independent Music Publishers and Labels Association” (Impala) geklagt, eine Vereinigung von 2500 kleineren Musikproduzenten. Sony BMG habe zusammen mit Universal bei Tonträgern einen Weltmarkt-Anteil von 50 Prozent, auf dem wichtigen Markt für aktuelle Hits sogar von 60 bis 70 Prozent, argumentierten sie.

Nach Bekanntwerden des Urteils stürzte die Aktie des britischen Plattenkonzerns EMI in London um zeitweise mehr als elf Prozent ab. EMI erwägt einen Zusammenschluss mit dem US-Konkurrenten Warner. Nach Ansicht von Analysten würde die EU-Kommission eine solche Fusion nun ebenfalls genauer unter die Lupe nehmen.

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