Eine größten Übernahmen durch Investmentfonds: Springer Science+Business Media an BC Partners weiterverkauft

EQT Partners AB (EQT) und GIC Special Investments Pte Ltd (GIC) haben vereinbart, ihre Mehrheitsbeteiligung an Springer Science+Business Media (Springer) an das Private Equity Unternehmen BC Partners Limited (BC Partners) zu verkaufen. Die Pläne für den Börsengang wurden abgesagt.

Derk Haank, CEO von Springer, sagte: „BC Partners hat ein verbessertes und sehr attraktives Angebot für unser Unternehmen gemacht. Aus diesem Grund sind meine Kollegen im Springer Management Board und ich überzeugt, dass diese Option im besten Interesse des Unternehmens, seiner Mitarbeiter, Autoren, Herausgeber und anderen Partner ist. Wir sind ein gesunder, innovativer und angesehener STM-Verlag und unsere führende Position in den Bereichen Open Access und eBooks sowie unsere wachsende Präsenz in den aufstrebenden Märkten sind eine exzellente Basis für unseren weiteren Erfolg.“

Bis zuletzt war ein Verkauf unklar, ein Börsengang des Heidelberger Wissenschaftsverlages war sogar schon zum 1. Juli in Erwägung gezogen worden. Der ist nun Makulatur, auch wenn er den Verlag aus der Umklammerung von Finanzinvestoren befreit hätte, die überdurchschnittliche Renditen erwarten. Beim Streit um den Kaufpreis könnte der Börsengang aber auch eine strategische Rolle gespielt haben. BC Partners-Chef Ewald Walgenbach soll laut einem Bericht in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) heute im Wirtschaftsteil am Wochenende noch einmal nachgebessert und sein bisheriges Angebot von 3,1 Mrd. Euro (frühere Berichte sprachen von 3,2 Mrd.) erhöht haben. Demnach hat er noch einmal 200 Mio. in Form einer erfolgsabhängigen Prämie angeboten, so die FAZ.

In einer Reuters-Meldung werden andere Zahlen genannt: Nach Informationen der Nachrichtenagentur sei der Preis in Richtung 3,3 Milliarden Euro gegangen, diese Summe habe EQT als Minimum gefordert. BC Partners hatte nicht mehr als 3,15 Milliarden Euro zahlen wollen.

Der ehemalige Bertelsmann-Manager Walgenbach, der Springer wohl noch aus früheren Zeiten kennt, hatte auch um Douglas mitgeboten, war aber nicht zum Zuge gekommen. Springer konnte bei Übernahme von EQT Ende 2009 ein Erlösplus von 892 Mio. Euro verbuchen, das wurde 2012 auf 976 Mio. gesteigert. EQT hatte Springer für 2,3 Mrd. Euro übernommen und dabei vor allem Schulden beim vormaligen Besitzer Cinven & Candover beglichen, der damit die Renditen seiner Eigentümer gesichert hatte. Die neuerliche Übernahme gilt laut FAZ als eine der größten durch Investmentfonds.

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