Insolvenz der südkoreanischen Hanjin-Reederei betrifft auch deutsche Verlage

Was hat die Insolvenz einer südkoreanischen Reederei mit dem Herbst- und Weihnachtsgeschäft deutscher Verlage zu tun? Leider in einzelnen Fällen eine ganze Menge. Seit bekannt wurde, dass die Hanjin-Reederei Insolvenz anmelden muss, liegen ihre Schiffe auf den Weltmeeren, weil sie mangels Zahlungsfähigkeit nicht in die Häfen einlaufen können. Mit an Bord der ca. 500.000 Container sind auch Bücher.

Betroffen ist u.a. der Verlag Freies Geistesleben – der bei Eigenproduktionen Wert darauf legt, in Deutschland oder im europäischen Ausland zu drucken. Die Lizenztitel Ein Jahr im Sattel und Ein Jahr in Laufschuhen, die Verleger Jean-Claude Lin auch wegen ihrer besonderen grafischen Gestaltung eingekauft hatte, wurden jedoch in Zusammenarbeit mit dem englischen Lizenzgeber in China gedruckt. Nun liegen sie auf den Frachtern Africa und Gold der Hanjin-Flotte, die seit Tagen vor der Einfahrt des Suez-Kanals bzw. vor Singapur feststecken. Es kann noch eine Weile dauern, bis Bewegung in die Angelegenheit kommt – laut Handelsblatt muss die weltweit siebtgrößte Container-Reederei bis Dezember einen Sanierungsplan vorlegen.

Astrid Rüggeberg, Pressesprecherin des Verlags Freies Geistesleben, erklärt: „Für uns und den verkaufsstarken Herbst bedeutet das: Die angelaufene Werbung verpufft, die Buchmessen-Präsentation kann nur anhand von ein paar wenigen vorhandenen Musterexemplaren erfolgen. Eine Aussage darüber, wann wir die Bücher an das Sortiment ausliefern können, wird uns voraussichtlich auch auf der Messe nicht möglich sein. Nur allein durch die Vormerker, die nicht abgerufen werden können, fehlt uns ein Umsatz von 20.000 Euro, vom fehlenden Nachbezug ganz zu schweigen.“

Die Ravensburger AG hat es nicht so hart getroffen. Heinrich Hüntelmann, Leiter der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, erklärt: „Die Pleite des Reeders Hanjin hat keinerlei Auswirkungen auf die Lieferfähigkeit von Ravensburger. In den Containern befinden sich lediglich Kleinstmengen unserer Ware, die unser Geschäft nicht beeinträchtigen.“

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