Gestalten Verlag will über Insolvenzverfahren Sanierung einleiten

Robert Klanten(c)Yves Sucksdorff

Robert Klanten, der Geschäftsführer des Gestalten Verlages Berlin (Foto), hat beim Amtsgericht Charlottenburg über ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung (nach § 270a InsO) die Sanierung des Verlages eingeleitet. Der Geschäftsbetrieb läuft ohne Unterbrechungen weiter.

Unterstützt wird er dabei durch Burkhard Jung (hww Unternehmensberater GmbH), der zum generalbevollmächtigten CRO des Verlages berufen wurde. Er soll die Restrukturierung maßgeblich begleiten und steuern.

Die Löhne und Gehälter für die rund 80 Mitarbeiter sind damit für drei Monate über die Bundesagentur für Arbeit abgesichert. Anfang 2017 soll die Sanierung abgeschlossen sein, der Gestalten Space im Einkaufscenter Bikini Berlin soll aber aufgegeben werden.

Rechtsanwalt Prof. Christian Köhler-Mavon der Kanzlei GT Restructuring ist vom Amtsgericht Charlottenburg als vorläufiger Sachwalter zur Seite gestellt worden. Er soll quasi als Aufsichtsrat das Verfahren im Interesse der Gläubiger beaufsichtigen. Köhler-Ma verfügt über umfangreiche Sanierungserfahrungen im Rahmen von Eigenverwaltungsverfahren. Und Burkhard Jung von der hww Unternehmensberater GmbH gehört zu den renommiertesten deutschen Sanierern und war an erfolgreichen Restrukturierungen namhafter Unternehmen beteiligt.

Im Mittelpunkt der kommenden Monate steht nun die Erarbeitung des Insolvenzplans, der die Grundlage der Restrukturierung in einem Eigenverwaltungsverfahren bildet. Der Plan wird insbesondere die notwendigen Sanierungsschritte enthalten, die in den kommenden Wochen gemeinsam mit den Gläubigern geprüft und vorbereitet werden.

Ziel ist, den Verlag Anfang des nächsten Jahres wieder aus der Eigenverwaltung zu
entlassen, und zwar als neu aufgestelltes Unternehmen, das mit Fokus auf das nach wie vor wachsende Kerngeschäft Buch nachhaltig profitabel wirtschaften kann“, zeigt sich Jung überzeugt. Insider sagen, es waren vielleicht einfach zu viele Baustellen, so wurde zuvor bereits der erste Shop in den Berliner Sophienhöfen aufgegeben.

Und die mangelnde Kundenfrequenz des Bikini Berlin hat sichtlich auch dazu geführt, jetzt auch den Gestalten Space aufzugeben – „das fällt uns nicht leicht, da das Konzept auch international viel Zuspruch gefunden hat. Wir konzentrieren uns nun auf das Kerngeschäft und blicken optimistisch in die Zukunft“, ergänzt Klanten

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