Eichborn wächst überdurchschnittlich, aber nicht so gut, wie erwartet

Die Eichborn AG, Frankfurt, schließt ihre Bilanz des Jahres 2001 mit einem überdurchschnittlichen Umsatzzuwachs bei zufriedenstellendem Ergebnis ab. Das Konzernergebnis bleibt jedoch hinter den Erwartungen zurück.
Trotz eines schwierigen Konsum- und Branchenumfelds stieg der Umsatz der Eichborn AG im Vergleich zum Vorjahr um 27,5 % auf 24.265 TEUR. Der Anteil am Konzernumsatz liegt damit bei 90%. Der deutliche Umsatzzuwachs unterstreicht die besondere Stärke im Kerngeschäft, dem erfolgreichen Verlegen und Verkaufen von Büchern und Rechten. Allein der Produktumsatz (Umsatz aus Eichborn-Büchern, Hörbüchern und Merchandising-Artikeln ohne Nebenrechte und Sondererlöse) stieg in 2001 um 26 % auf 20.115 TEUR. Dazu beigetragen haben die zahlreichen Bestseller, u. a. Dietrich Schwanitz‘ Bücher “Bildung” und “Männer”, Sven Regeners “Herr Lehmann” und Walter Moers´ “Wilde Reise durch die Nacht”. Positiv entwickelte sich auch der Bereich Vertriebsdienstleistungen für Bücher und Hörbücher mit einem Umsatzwachstum von 41 % auf 1.233 TEUR.
Deutlich hinter den Erwartungen zurück blieb das Harry-Potter-Merchandising mit einem Umsatz von 2.621 TEUR. Mit einem außergewöhnlichen Anstieg der Lizenzerlöse auf 2.917 TEUR (von 2.080 TEUR im Vorjahr) bestätigte die Eichborn AG ihre Rolle als Lizenzgeber – begünstigt durch ein außerordentlich lebendiges Wettbewerbsumfeld – auf hohem Niveau.
Der mit Blick auf das Börsenumfeld und die Marktbedingungen respektable Gewinn von 348 TEUR, der trotz der Verluste durch den “Hoffnungsträger Harry Potter” erzielt werden konnte, belegt erneut die Stärke der Eichborn AG im Kerngeschäft Verlag.
Das DVFA-Ergebnis je Aktie betrug 0,07 Euro (Konzern: -0,06 Euro). Im Berichtszeitraum ging die Eichborn AG ein Engagement als Koproduzent des Films “Wie die Karnickel”, basierend auf einem Buch von Ralf König, ein. Um der Achterbahn AG die Möglichkeit zu geben, die Constantin Film als weiteren Partner zu gewinnen, hat sich Eichborn aus dieser Koproduzentenrolle wieder zurückgezogen. Die Eichborn AG beabsichtigt aber weiterhin, sich an einzelnen erfolgversprechenden Filmprojekten als Koproduzent zu engagieren, vor allem wenn sie selbst Inhaber der entsprechenden Nutzungsrechte ist.
Mit einer Eigenkapitalquote von 68 % ist das Unternehmen gut finanziert und sichert sich damit für seine weitere Geschäftstätigkeit die notwendigen Handlungsspielräume. Im Konzern hat sich die Zahl der Mitarbeiter im Geschäftjahr 2001 von 74 auf 84 erhöht. Davon entfallen 68 auf die Eichborn AG in 2001 (Vorjahr: 59).
Bei den Tochtergesellschaften waren die Anfangsverluste in 2001 höher als geplant, was sich in Verbindung mit den handelsrechtlich gebotenen Firmenwertabschreibungen in einem Konzernjahresfehlbetrag von 748 TEUR bei einem Konzernumsatz von 27.118 TEUR niederschlägt. In den Konzernabschluß sind die Gesellschaften, an denen Eichborn die Mehrheit der Stimmrechte zustehen (Pendo Verlag GmbH, Büro für Berufsstrategie GmbH, ATL Books GmbH, Double Fun GmbH) voll konsolidiert worden, während die Minderheitsbeteiligung Classic Film Production S.A. nicht einbezogen wurde. Da Double Fun die geschäftlichen Aktivitäten erst im Frühsommer 2001 und Classic Film den Geschäftsbetrieb erst im November 2001 aufgenommen hat, mußten negative Ergebnisbeiträge hingenommen werden. Zudem ergab sich bei Pendo ein erheblicher, nicht erwarteter Verlust, unter anderem weil es nicht wie im Jahr 2000 gelungen ist, Bestseller zu plazieren.
Für 2002 sieht sich die Eichborn AG angesichts des schwierigen Marktumfelds gleichermaßen zu einer Stabilisierung des Verlagsumsatzes mit einem verbesserten Ergebnis wie zu einer Konsolidierung der Töchter verpflichtet. Die unverändert hohe Kraft des Kerngeschäfts in Verbindung mit den wachsenden Potentialen der Töchter und Beteiligungen veranlaßt uns zu einer positiven Sicht auf das laufende Geschäftsjahr.
Die aus den eigenen Programmbereichen erzielten Umsätze werden auf dem hohen Niveau des Jahres 2001 gehalten werden. Der Wachstumsbereich Vertriebsdienstleistung für kleinere Buchverlage und Hörbuchlabel wird auch in 2002 weiter ausgebaut: Ab Juni übernimmt die Eichborn AG den Vertrieb von Hörbüchern und Klassik-CDs für Naxos, dem Weltmarktführer für klassische Musik, im deutschsprachigen Buchhandel. Seit Januar 2002 vertritt sie die Produkte ihres Gesellschafters Achterbahn AG (u.a. “Werner”) im gesamten Buchhandel. Durch die Übernahme von Naxos und Achterbahn in den Eichborn-Vertrieb wird der Bereich Dienstleistungen auf etwa 2,3 Mio. Euro Umsatz wachsen.
Unter Berücksichtigung der Erlösschmälerungen und eines stark rückläufigen, wenn überhaupt erreichbaren Umsatzes mit Harry-Potter-Geschenkartikeln wird ein Gesamtumsatz von 21,8 Mio. Euro bei einem Ergebnis vor Steuern von etwas über 500.000 Euro geplant.

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