Auch Kein & Aber will ab 2013 zur Hardcover-Ausgabe den kostenlosen eBook-Download anbieten

Neben den „Vorreitern“ Tolkemitt & Haffmans, h.f. ullmann und Edel haben sich erst wenige Verlage zu diesem Schritt entschlossen, der im Sinne des stationären Buchhandels ist: Mit dem Frühjahrsprogramm2013 will auch Kein & Aber sämtliche HC-Neuerscheinungen mit einem individuellen Code für ein kostenloses eBook ausrüsten. Wir haben bei Verleger Peter Haag (Foto) nachgefragt:

Was hat Sie zu diesem Schritt bewogen?

Peter Haag: Weil wir der Meinung sind, dass Leser, die Hardcover kaufen, zu unseren Premiumskunden gehören.

Peter Haag:
„Wir brauchen Händler, die
unsere Inhalte kommunizieren“

Dieser Kunde entscheidet sich neben der schönen Buchausgabe schließlich vor allem auch für den Inhalt, es geht ja nicht nur um 300 gr. Papier, die wir ihm verkaufen. Wenn dieser Kunde nun unterwegs ist und diesen Inhalt auch auf einem Reader lesen will, soll er das ohne zusätzlichen Aufpreis auch machen können. Ausserdem bekommt das „wertfreie“ eBook ein werthaltiges Gesicht durch das gedruckte Buch.“

Warum fiel diese Entscheidung nicht eher?

Weil sich die Schnittmenge von Digital- und Printlesern stetig vergrössert und heute ein Kundenbedürfnis darstellt, das wir bedienen wollen.

Was hat Sie letztlich überzeugt, dass dieser Schritt richtig ist?

Ich möchte vermeiden, dass sich der Kunde zwischen schön und praktisch entscheiden muss. Wir möchten ihm beides, also schön und praktisch, bieten.

Es gehen bisher nur wenige Verlage diesen Weg (es scheint mir der einzige Weg zu sein, den Buchhandel am diesem „Geschäft“ teilhaben zu lassen?)

Selbstverständlich ist zudem ein gewünschter Nebeneffekt, den Buchhandel vom eBook nicht auzuschließen. Der Buchhändler handelt bei unseren Titeln mit Premiumsartikeln, warum soll er da nicht die elektronische Version mitanbieten können. Wir wollen nicht, dass der Buchhändler „alt“ aussieht und als Papierhändler abgewertet wird. Wir wollen, dass unsere Buchhändler weiterhin auch Inhaltshändler sind.

Das stärkt die Position des stationären Handels, der damit die Chance hat, die Entwicklung zum bloßen „Show-Room“ für die Online-Käufer aufhalten zu können.

Ja, denn wir brauchen Händler, die unsere Inhalte kommunizieren. Das E-Book ist im Grunde ein neuer Vertriebsweg, der Inhalt bleibt aber nach wie vor essentiell. Wir wollen dem Kunden beim Kauf eines HC beide Vorteile in die Hand geben.

Wie schätzen Sie die weitere Entwicklung ein?

Das eBook wird immer stärker zum Massenstandard auf Kosten der TBs, während die Zutrittskriterien für das gedruckte Buch angehoben werden. Das schön gemachte gedruckte Buch wird zum Premiumsartikel und Ausdruck eines bewussten intelligenten Lifestyles.

Ihre Hoffnung?

Der Wunsch, dass unsere Branche das Heft in Sachen Fachhändler wieder in die Hand nimmt und sich die Butter nicht von Fremden wegnehmen lässt.

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