Amazon: Kindle beflügelt Weihnachtsgeschäft / Deutschland wichtige Wachstumszone für Bezos

Die jüngsten Quartalszahlen übertrafen offenbar alle Erwartungen: Amazon.com hat trotz Wirtschaftskrise ein weiteres Mal Gewinn und Umsatz kräftig gesteigert. Ein Grund: Amazons E-Book-Reader Kindle war zuletzt der bestverkaufte Artikel des US-Konzerns, beichtet der ORF.

Besonders die guten Aussichten für das wichtige Weihnachtsgeschäft beeindruckten die Anleger. Die Aktie schoss am Donnerstagabend im nachbörslichen US-Handel um rund 15 Prozent nach oben.

Amazons Überschuss kletterte im dritten Quartal um fast 70 Prozent auf 199 Millionen Dollar (133 Mio. Euro). Der Umsatz des Konzerns aus Seattle (US-Bundesstaat Washington) stieg im Vergleich zum Vorjahr um 28 Prozent auf knapp 5,5 Milliarden Dollar. Unterhaltungselektronik war dabei einer der Haupttreiber.

Amazon hat seinen E-Book-Reader gerade erst in rund 100 anderen Ländern außerhalb der USA auf den Markt gebracht. Nun senkt der Konzern den Preis für die internationale Version bereits von 279 Dollar auf das US-Niveau von 259 Dollar. Allerdings fallen weitere Kosten unter anderem für den Versand an.

Amazon-Chef Jeff Bezos zeigte sich vom Erfolg des Kindle begeistert“: „Wir stehen voll unter Strom“, sagte er. Bezos will den Kindle bei digitalen Büchern zu einer ähnlichen Erfolgsgeschichte machen, wie es Apples iPhone bei Handys ist.

Knapp die Hälfte seiner gesamten Einnahmen erzielte Amazon zuletzt außerhalb des US-Heimatmarkts. Bereinigt um Währungseffekte wächst das Geschäft weltweit deutlich schneller als in den Vereinigten Staaten. Deutschland zählt dabei zu den wichtigsten Ländern.

Für das laufende Schlussquartal rechnet Amazon mit Einnahmen zwischen gut 8,1 und mehr als 9,1 Milliarden Dollar. Das wäre ein weiteres Wachstum zum Vorjahresquartal von bis zu 36 Prozent. Das Betriebsergebnis soll zwischen 300 und 425 Millionen Dollar liegen und damit sogar um bis zu 56 Prozent wachsen.

Erst gestern haben Amazon und Hewlett-Packard (HP) angekündigt, vergriffene Bücher drucken zu wollen. Damit reagiert Amazon auf Google, das eine ähnliche Kooperation mit On Demand books eingegangen ist. Wie der Spiegel meldet, wird der Druckerspezialist HP wird dabei offenbar die Hardware-Seite übernehmen, Amazon dagegen soll sich wohl ums Verkaufen kümmern.

Derweil bekommt Apple Probleme. So hat der finnische Mobiltelefon-Weltmarktführer Nokia am Donnerstag bekanntgegeben, an einem Bundesgericht im US-Staat Delaware den Elektronikkonzern Apple geklagt zu haben.

Apples iPhone verstoße gegen zehn Nokia-Patente in den Bereichen der Kommunikationsstandards GSM, UMTS und WLAN, heißt es.

Unter anderem berichtet auch der Kölner Stadtanzeiger über den Einstieg von Google in das Musikgeschäft und zeichnet folgendes Szenario: „An der einen Wand ein leeres Bücherregal, auf der anderen Seite ein verwaister CD-Ständer. Was früher auf Papier gedruckt oder auf Kunststoff gepresst wurde, könnte schon bald nur noch auf hoch entwickelten Geräten vorhanden sein – Literatur in elektronischer Form auf E-Book-Readern und Musik auf MP3-Playern. Darauf deutet zumindest das neue Projekt des Internet-Riesen Google hin.

Der weltweit führende Suchmaschinenbetreiber will US-Medienberichten zufolge schon in der kommenden Woche eine Suchfunktion für Musik offiziell ankündigen. Darauf sollen Hörproben der gesuchten Songs zu finden sein. Außerdem soll es die Möglichkeit geben, den Titel über Partnerseiten als Download direkt zu kaufen und auf den MP3-Player zu spielen. Das berichten übereinstimmend die „New York Times“ und das „Wall Street Journal“, die diese Informationen aus Insiderkreisen erhalten haben wollen.“ Hier mehr.

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