Erklärung des AkV und AKS Sprecherkreises zur BAG-Mitgliederversammlung in Berlin / Unterstützung des „Kölner Modells“

Das kommt eben über den Ticker: eine Erklärung des AkV und AKS Sprecherkreises zur BAG-Mitgliederversammlung zu den Buchhändlertagen in Berlin. Hier der Wortlaut:

Auf der außerordentlichen Mitgliederversammlung der BAG am 24. März in Leipzig wurde der Darlehensvertrag zwischen der BAG und der MVB mit großer Mehrheit bestätigt. Dadurch konnte die drohende Insolvenz der BAG zunächst abgewendet werden. Kurz vor dieser außerordentlichen Mitgliederversammlung hatten sich die beteiligten Seiten (BAG, MVB, Börsenverein) unter Mitwirkung weiterer Personen auf einen Kompromiss, das sogenannte Kölner Modell, verständigt. Der BAG-Vorstand bekam von der Mitgliederversammlung den Auftrag, bis zur ordentlichen Mitgliederversammlung in Berlin auch mögliche Alternativen zum Kölner Modell zu prüfen. Dies hat der BAG-Vorstand inzwischen getan. Auf der Sitzung am 7. Mai, zu der auch Vertreter des AKV und des AKS eingeladen waren, wurden verschiedene Vorschläge erläutert und diskutiert. Dabei sprach sich der BAG-Vorstand für das Kölner Modell als Grundlage für die weiteren Gespräche aus, da er die Realisierungschancen der Alternativen als sehr gering einschätzte. Diese Auffassung vertraten auch die anwesenden Vertreter von AkV und AKS. Einige Branchenvertreter favorisierten einen Vorschlag auf Basis der Ausgabe von Genussscheinen sowie die Gründung einer Genossenschaftsbank. Die drei Positionen wurden im Börsenblatt Nr. 20 erläutert und veröffentlicht.

Der AkV-Sprecherkreis hat in seiner Sitzung am 16. Mai in Frankfurt einstimmig beschlossen, seinen Mitgliedern die Annahme des Kölner Modells zu empfehlen und damit dem Vorschlag des BAG-Vorstandes zu folgen. Verlage und Buchhandlungen, die nicht an der Mitgliederversammlung in Berlin teilnehmen können, werden aufgefordert, sich um entsprechende Stimmübertragungen an Kolleginnen und Kollegen zu bemühen.

AkV und AKS unterstützen das Kölner Modell aus folgenden Gründen:

– Die finanzielle Schieflage, in die die BAG durch die Zanolli-Insolvenz geraten ist, wird mit dem Kölner Vorschlag vollständig und nachhaltig beseitigt. Nach dem weitgehenden Verlust der Vermögenswerte bei der BAG ist durch die bestehende Finanzkraft des Börsenvereins und seiner Wirtschaftsbetriebe auch die Absicherung zusätzlicher Risiken durch weitere Verluste bei der ZMV bzw. durch noch entstehende Kosten für die Schließung der ZMV sowie für mögliche Investitionen zur Sicherung des laufenden Betriebes der BAG gewährleistet. Die Annahme des Kölner Modells ist ein klares und eindeutiges Signal sowohl für die beteiligten Banken als auch für die Mitglieder der BAG, insbesondere für die großen BAG-Teilnehmer. Mit der Umsetzung des Kölner Vorschlages kann neues Vertrauen in die Leistungsfähigkeit und die Solidität der BAG entstehen.

– Die Unabhängigkeit der BAG scheint uns angesichts der eingetretenen Problemlage in ausreichendem Maße gesichert. Eine Lösung innerhalb des Börsenvereins und seiner Wirtschaftsbetriebe wurde von AKV und AKS ohnehin bevorzugt. Wichtige Gremien des Verbandes (SoA, VA, Abgeordnetenversammlung) sowie der BAG-Vorstand haben dem Kölner Modell bereits mit großer Mehrheit zugestimmt.

– Das Kölner Modell lässt in der Ausgestaltung ausreichend Spielraum, um faire Vertrags- und Beteiligungsverhältnisse unter Berücksichtigung der konkreten Geschäfts- und Vermögensentwicklung bei der BAG in der Zukunft auszuhandeln.

– Gegenüber dem Kölner Modell erscheinen uns die Alternativmodelle in der konkreten Umsetzung zu vage und unsicher. Eine grundsätzliche Diskussion, z.B. über die Gründung einer Genossenschaftsbank, ließe sich auch später noch führen. Das Genussschein Modell erfordert das geschlossene Engagement aller Mitglieder. Wir sehen die Gefahr, dass diese Zustimmung nicht in ausreichendem Maße und zeitnah sicherzustellen ist, und das finanzielle Volumen nicht ausreichend sein wird, um alle Risiken und notwendigen Investitionen bei der BAG sicher abdecken zu können.

Frankfurt, 21.5.2007

für den AkV Sprecherkreis Bettina Preiß und Bernd Weidmann

für den AKS Sprecherkreis Anne v. Bestenbostel und Annemarie Schneider

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