Christian Jund zum Kauf von Redline

Für Christian Jund, Inhaber des Finanzbuch Verlages, ist der Kauf von Redline und die damit verbundene Verdoppelung des Umsatzes ein kleiner Coup. Fragen an den Verleger wie er nun fünf Verlage zusammenbinden will.

Christian Jund

Buchmarkt.de: Nun haben Sie sich vom Volumen her verdoppelt, was bedeutet das für Sie persönlich?
Jund:Für uns war in der Vergangenheit nie das komplette Unternehmen auf reines Umsatzwachstum ausgerichtet. Natürlich ist ein Umsatzwachstum immer schön in der Bilanz – letztendlich entscheidend und das ist auch immer die Maßgabe für uns, muss der Umsatz mit der Rendite einhergehen.

Das klingt als hätten Sie Zweifel? Sind die Verlage wirklich rentabel?
Sie können mir glauben, die Zahlen kenne ich auswendig. Bei mvg und mi besteht kein Zweifel. Bei Redline müssen wir noch ein wenig tunen.

Bisher haben Sie ja mit einer sehr engen Programmführung gut überlebt und eine solche Fokussierung gilt ja unter Betriebswirten als Ideal für Unternehmensführung in Zeiten von Konzentration: Was versprechen Sie sich von der Erweiterung durch redline, mi und mvg und wie wollen Sie Pläne aus fünf Verlagen eine Wirtschaftsverlagsgruppe machen?
Schon seit Jahren haben wir unser Programm sehr viel breiter aufgestellt. So haben wir z.B. mit der „Financial Times Deutschland Bibliothek“ eine Management Buchreihe und allgemeine Wirtschaftsbücher und auch wirtschaftspolitische Bücher. Doch nun könen wir eine klarere Markenstrategie fahren. Bei Redline kann ich jetzt die Management Titel besser unterbringen.
Zeitgleich haben wir mit dem riva Verlag ein zweites Standbein im Bereich Ratgeber, Gesundheit und Fitness. Somit ergänzen sich mvg und riva hervorragend. Bei mi werden wir sicher die High Education-Reihe weiter ausbauen.

Mussten Sie den Schritt tun, weil seit 2001 die Verbraucher in ihrem
Verhältnis zur Börse zurückhaltender geworden sind?

Die Verbraucher sind bei Börsenbüchern nach wie vor zurückhaltend, wir konnten den Rückgang aber zum einen durch eine gesteigerte Spezialisierung und zum anderen durch neue Standbeine, wie z.B. die FTD Bibliothek und den riva Verlag gut kompensieren. Auch wenn die Börsenliteratur weiterhin zu unserer Kernkompetenz zählt, haben wir uns weitgehend von Börsenschwankungen unabhängig gemacht.

Wenn Sie bei Redline tunen müssen: Werden Sie die Mitarbeiter übernehmen können?
Wir werden jedem Mitarbeiter ein Angebot unterbreiten.

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