Bundestagspräsident Dr. Norbert Lammert plädierte auf 100-Jahrfeier der Ganske Verlagsgruppe für Ausbau des Urheberrechts

Bundestagspräsident Dr. Norbert Lammert unterstrich gestern bei einem Festakt anlässlich des 100-jährigen Jubiläums der Hamburger Ganske Verlagsgruppe die Bedeutung der Kulturwirtschaft, zu der vor allem Verlage gehören, für die deutsche Wirtschaft: „Wir reden hier über eine der bedeutendsten ökonomischen Sektoren unserer Volkswirtschaft.“ Der Bundestagspräsident unterstrich in diesem Zusammenhang, dass der Staat eine Verantwortung für den Schutz der Urheberrechte von Schriftstellern, Künstlern und Verlagen habe. Das Ausmaß der Kreativität einer Gesellschaft hänge ganz wesentlich von dem Schutz ab, den der Staat in seinen rechtlichen Rahmenbedingungen Urhebern gewähre. Lammert: „Das Internet darf nicht zu einem urheberrechtsfreien Raum werden.“

Der Bundestagspräsident betonte die wirtschaftliche Bedeutung der Medien- und Kulturwirtschaft: „Wir reden nicht über eine liebenswürdige Nische, nicht über eine Liebhaberei. In der zweiten Hälfte der 90er Jahre wurde in dieser Branche ein Beschäftigungszuwachs von rund 20 Prozent verzeichnet, in diesem Zeitraum ist die Beschäftigung in der Gesamtwirtschaft um ganze 2 Prozent gewachsen“. Mit 815.000 Beschäftigen böte der Bereich mehr Arbeitsplätze als das Kreditgewerbe.

Hamburgs Erster Bürgermeister Ole von Beust unterstrich in seiner Rede die Bedeutung der Medien für den Standort Hamburg und beglückwünschte die Ganske Verlagsgruppe zu ihrem Jubiläum. Er betonte: „Wir sind in Hamburg stolz und froh, diese Gruppe in unserer Stadt zu haben. „

Verleger Thomas Ganske dankte den Rednern für ihre guten Wünsche und schilderte den Werdegang des Unternehmens vom kleinen Lesezirkel in Kiel zu einer bedeutenden Verlagsgruppe. Dabei ging er auf die neuen Herausforderungen für die Branche durch die elektronischen Medien ein: „Bei aller Zuwendung und Begeisterung für die neuen Medien bleibe ich davon überzeugt, dass das Lesen in Büchern und Zeitschriften nicht verdrängt wird, sondern eher um heute noch ungeahnte Möglichkeiten ergänzt und bereichert wird – bisher hat nie ein Medium ein anderes einfach ersetzt“.

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