Börsenverein und BertelsmannClub einigen sich im Streit um Clinton-Memoiren

Vor wenigen Wochen sind im Club Bertelsmann zeitgleich mit der Econ-Originalausgabe die Erinnerungen von Hillary Rodham Clinton erschienen. Die Club-Ausgabe in nahezu identischer Ausstattung wurde mit einem Preisabstand von 17 Prozent angeboten und sorgte im Buchhandel für große Aufregung. Dies war Anlass für ein grundsätzliches Gespräch zwischen der Börsenvereinsspitze – Vorsteher Dieter Schormann, Rudolph Braun-Elwert (Vorsitzender des Sortimenter-Ausschusses) und Dr. Jürgen A. Bach (Vorsitzender des Verleger-Ausschusses) – und dem zuständigen Vorstandsmitglied der Bertelsmann AG, Dr. Ewald Walgenbach, Club-Programmchef Dr. Peter Schaper und Club-Geschäftsführer Rainer Wittenberg.

Der Club sagte zu, die noch im Lager vorhandene restliche Druckauflage des Clinton-Titels binnen weniger Tage mit einem neuen Umschlag zu versehen und damit unterscheidbarer von der Buchhandelsausgabe zu machen. Die Ausstattung der anstehenden zweiten Druckauflage werde »clubüblich« angepasst. Der Preis bleibe dann unverändert. Die Club-Vertreter wiesen in diesem Zusammenhang auf die Bedeutung zeitnaher Titel für den Club hin.

Bei dieser Gelegenheit wurde auch grundsätzlich festgestellt, dass sich der deutsche Buchmarkt nachhaltig verändert hat – seit dem »Potsdamer Protokoll«, das Mitte der 90er Jahre einmütig preisbindungsrechtliche Mindestkriterien für Buchgemeinschaftsausgaben geregelt hat. Verleger-Ausschuss und Sortimenter-Ausschuss wollen deshalb dieses Thema auf ihren nächsten Sitzungen im September ausführlich behandeln und gegebenenfalls – soweit im Rahmen des Preisbindungsgesetzes zulässig – den Änderungsbedarf für die bisher geltenden Regeln bei der Behandlung von Parallelausgaben formulieren.

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