Bettina Hesse: Warum Tisch 7 auf das Frühjahrsprogramm verzichtet

Bettina Hesse
mail(b.hesse@tisch7-verlag.de)

buchmarkt.de: Tisch 7 wird in diesem Frühjahr kein neues Programm vorlegen. Warum?
Bettina Hesse: Es gibt zwei Gründe für diese Entscheidung. Ein Grund hat mit der personellen Veränderung bei Tisch 7 zu tun – Frank Niederländer verlässt den Verlag. Diese Umstrukturierung erhöht den Arbeitsaufwand wesentlich. Hinzu kommt der anhaltende Erfolg von Doris Konradis Roman ‚Frauen und Söhne’, der einen intensiven Einsatz verlangt und verdient. Grund genug, dieses wunderbare Buch im Frühjahr erneut anzubieten. Ähnliches gilt für den anderen erfolgreichen Titel aus dem letzten Jahr, Stefan Weigl ‚Marienplatz’, es war schnell vergriffen.

Aber im Herbst geht es doch weiter?
Selbstverständlich. Aber zunächst halte ich eine Kreativpause für sinnvoll, um neue Orientierungen zu gewinnen und in Ruhe die eigentliche Arbeit zu machen: das Programm. Im Herbst kann Tisch 7 dann mit interessanten neuen Titeln an den Start gehen.

Wird die neue personelle Ausrichtung des Verlags auch Einflüsse auf das Programm haben?
Als Independent-Verlag hat man nur dann eine Chance, wenn das Programm eigene und sehr klare Konturen aufweist. Ich bin der Meinung, dass man alles tun muss, um gute Literatur auf dem aktuellen Buchmarkt durchzusetzen. Für das Tisch 7-Programm bedeutet das eine noch deutlichere Konzentration auf die literarische und innovative Qualität der Texte, ob von Neuentdeckungen oder namhaften Autoren. Das Erzählerische soll dabei im Vordergrund stehen. Angestrebt sind auch Titel im Sachbuchbereich mit Themen der Kulturtheorie und Philosophie – nennen wir es literarisches Sachbuch.

Die Fragen stellte Ulrich Faure.

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