20 Jahre zu Klampen

Eine Vorlesungsreihe anlässlich des 100. Todesjahres von Karl Marx an der Hochschule Lüneburg, drei begeisterte Studenten, eine kleine Dachgeschosswohnung in Lüneburg und eine Menge idealistischer Überschwang – dies waren die Anfänge des zu Klampen Verlages, der am Sonntag 20 Jahre alt wird.
Am 3. August 1983 wurde der Verlag von Dietrich zu Klampen, Rolf Johannes und Gerhard Schweppenhäuser gegründet. Das erste Buch Krise und Kritik. Zur Aktualität der Marxschen Theorie fasste die Vorträge der Vorlesungsreihe zusammen. Zwei weitere Auflagen des Titels folgten und der zu Klampen Verlag wagte sich an größere Projekte: Die Reihe Kritische Studien ermöglicht bis heute die Veröffentlichung von Dissertationen im Geiste der Kritischen Theorie der Frankfurter Schule. Aktuelle Diskussionen in diesem Umfeld dokumentiert die Zeitschrift für kritische Theorie, die auch heute noch durch Gerhard Schweppenhäuser, inzwischen Professor für Philosophie in Würzburg, herausgegeben wird.
Schon bald konnte das Verlagsprogramm auf Religionsphilosophie und Religions- und Kirchenkritik, Politik und Geschichte des Holocaust ausgeweitet werden. Thesenreich und provokant sind die Titel des zu Klampen Verlags. Der Philosoph Christoph Türcke, Autor »der ersten Stunde«, veröffentlichte als ein steter Wegbegleiter zahlreiche Schriften zu Philosophie und kritischer Theologie. Mit dem streitbaren Theologen Gerd Lüdemann konnte ein wichtiger Kirchenkritiker gewonnen werden. Die sechsbändige Ausgabe einer Reihe ausgewählter Schriften des großen Philosophen der Studentenbewegung Herbert Marcuse soll in den nächsten Jahren abgeschlossen sein.
Ein kleiner Höhepunkt folgte 1995: der Auftritt im Literarischen Quartett mit Werken des jüdischen Exilschriftstellers Soma Morgenstern (1890-1976). Die Herausgabe der elfbändigen Werkausgabe Morgensterns erweiterte das Verlagsprogramm auf anspruchsvolle Literatur. Ergänzt wurde dies 1998 durch die Übernahme des hannoverschen Postskriptum Verlages. In dieser Edition fand nun auch die Lyrik Edition, gefördert von der Stiftung Niedersachsen und herausgegeben von Heinz Kattner, einen festen Platz.
Eine offizielle Würdigung erhielt der Verlag 1998 mit der Verleihung des Niedersächsischen Verlagspreises. Das neue Logo, die zwei Hähne, entstand im selben Jahr. Sie stehen für Aufklärung, ihr Rufen für Streit. Nach 20 Jahren erfolgreicher Arbeit in Lüneburg ist der zu Klampen Verlag im Frühjahr 2003 nach Springe bei Hannover umgezogen. Damit haben sich einige Veränderungen in der Organisation des Verlagsalltags ergeben, denn das Lektorat blieb in Lüneburg, Herstellung und Buchversand wurden rausgegeben. Das Hauptbüro ist mit Pressearbeit und Vertrieb nach Springe gezogen.
Link(http://www.zuklampen.de)

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