Pressekonferenz des Arbeitskreises Elektronisches Publizieren im Börsenverein: Positive Grundstimmung

Jahrespressekonferenz der
AKEP: von links:
Moderatorin Claudia
Paul (Börsenverein)
AKEP-Sprecher
Hans Huck-Blänsdorf,
Sigrid Lesch, stellvertr.
AKEP-Sprecherin
Jens Löbbe (AKEP)

Nachdem zunächst Hans Huck-Blänsdorf (B.I. & F.A. Brockhaus AG, Mannheim) als neuer AKEP-Sprecher vorgestellt wurde, ging man in der Jahrespressekonferenz kurz und prägnant auf die Arbeitsschwerpunkte des 1992 gegründeten Arbeistskreises ein gab eine Einschätzung des Buchmarktes hinsichtlich der zukünftigen Relevanz der Vermarktung digitaler Inhalte ab.
Kritisiert wurde von Hans-Blänsdorf zunächst, dass „viele Verlage dieses Thema nicht ausreichend forciert“ hätten, obwohl das Elektronische Publizieren gerade in den letzten fünf Jahren als Geschäftsfeld und als strategisches Thema rapide an Bedeutung gewonnen habe. „Jetzt sei es höchste Zeit, aktiv zu werden“, so der AKEP-Sprecher.
Eine große Chance für den Buchmarkt sei das E-Book, doch sei hier vor allem im belletristischen Gebiet noch Nachholbedarf. „Im Fach- und Sachbuchbereich sind E-Books schon heute ein wichtiger Markt“, so Sigrid Lesch (Georg Thieme Verlag}, stellvertretende Sprecherin des Arbeitskreises.
Die neuen E-Reader sieht man als „wichtigen Katalysator“ für die Verbreitung von Inhalten, die auch in Printform parallel zu den digitalen Produkten nutzbar sind. Gedruckte Inhalte würden nicht vom digitalen Content ersetzt, im Gegenteil, man geht von einer weiterhin ungetrübten Zukunft des gedruckten Buches aus.
Die Gesamtstimmung sei positiv, dies zeige der EPIX (Index Elektronisches Publizieren), der als neues Instrument des AKEP gemeinsam mit der Kommission Online der Deutschen Fachpresse entwickelt wurde, um Relevanz, Entwicklung und Trends des elektronischen Publizierens aussagekräftig zu dokumentieren. „Damit kann der AKEP erstmals gesicherte Auskunft über den aktuellen Stand des Elektronischen Publizierens in Deutschland geben und in den kommenden Jahren die tatsächliche Entwicklung in diesem Bereich aufzeigen“, so Jens Löbbe, Kirchner + Robrecht management consultants. Der EPIX erscheint ab sofort vierteljährlich, zugrunde gelegt werden die vier Basiskennzahlen Umsatz, Gewinn, Mitarbeiterzahl und Sachinvestitionen. Der Wert kann zwischen 50 (alle Befragten urteilen negativ) und 150 (alle Befragten urteilen positiv) liegen, neutral ist ein Wert von 100. Für das erste Halbjahr weist der Index einen Wert von 117 auf, befragt wurden bislang 135 Verlage, die einene gesamten Verlagsumsatz von ca. 1,7 Mrd. Euro melden. Die Umfrage ergab, dass Elektronische Produkte im Untersuchungszeitraum insgesamt rund 12% des erfassten Verlagsumsatzes ausmachten. Die nächste Befragung ist für Dezember 2008 geplant.
Abschließend wies man auf die zukünftigen Arbeitsschwerpunkte des AKEP hin, hier sind vor allem Geschäftsmodelle für die veränderte Wertschöpfung zu nennen, des weiteren Standardisierung der Formate für digitale Werke wie e-pub. Besonderes Augenmerk wird auch weiterhin auf den Publikationsschutz, sprich Kopierschutz, gelegt werden.

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