Märchensuppe bei der Berger Bücherstube

Mitte: Gudrun Rathke, rechts: Monika Steinkopf

Da hatten sich Monika Steinkopf und ihr Team von der Berger Bücherstube in Frankfurt Bergen-Enkheim wiedermal etwas Besonderes ausgedacht: Gestern wurde eine Märchensuppe gekocht.

Um einen Kessel auf einem Dreibein über dem offenen Feuer sollte sich das Publikum vor dem Laden versammeln. Doch genau da fing es an zu regnen. Was zu befürchten war – schnell wurde umdisponiert und im Raum neben der Bücherstube zusammengerückt. Auch hier ließ sich die Suppe kochen, und zwar auf einer Elektroherdplatte.

Märchenerzählerin Gudrun Rathke kochte Nagelsuppe nach einem abgewandelten dänischen Märchen. Ein Mann sucht sich am Rande eines Marktplatzes ein Eckchen, stellt einen Topf mit Wasser übers Feuer, packt einen großen Nagel hinein. Verwundert schauen ihm die Marktleute zu. Das wird doch nie eine schmackhafte Suppe! Da gehören Möhren hinein, Sellerie, Lauch, Kartoffeln, Zwiebeln. Und Fleisch kann ebenso wenig schaden wie ein Stück Brot dazu. Genau diese Zutaten haben die Marktleute, der Metzger und Bäcker von nebenan tatsächlich spendiert.

Während die Suppe kocht und der Duft frischer Zutaten durch den Raum zieht, erzählt Gudrun Rathke Geschichten. Die Kinder, die zwar an diesem Samstag in der Minderzahl sind, hören genauso aufmerksam zu wie die Erwachsenen. Wie die Geige auf die Welt kam heißt das erste Märchen, begleitet wird es musikalisch von Cordula und Annegret Utsch auf zwei Violinen.

Die Alte im Wald ist der Titel des nächsten Märchens, es gehört nicht zu den bekanntesten aus den Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm.

Eine griechische Variante von Die Faulenzerin, ebenfalls aus der Grimmschen Märchensammlung, folgt.

Zum Abschluss erfahren die Zuhörer noch, wie ein allmächtiger Gutsherr von der Tochter seines Pächters verschaukelt wird; nicht das Mädchen, sondern eine lahmende Stute erscheint im Brautkleid.

Dann ist die Suppe fertig, schmeckt allen Gästen – und zwar draußen bei schönstem Sonnenschein. Nur der Nagel am Boden des Topfes ist nicht weich geworden.

Diese Märchenstunde war gleichzeitig der Beginn einer Märchenwanderung von Gudrun Rathke. Im Grimm-Jahr zieht sie von Bergen weiter nach Hochstadt, Hanau, Gelnhausen, Steinau an der Straße, Schlüchtern und schließlich nach Fulda, wo sie ihre Märchenwanderung am 16. Mai beenden wird. Wer will, kann sie begleiten.

JF

Kommentare (0)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.