Lesetage selbermachen – Vattenfall Tschüss sagen: Eins teilt sich in zwei

Die Lesetage selbermachen – Vattenfall Tschüss sagen [mehr…] sind zu Ende gegangen und die Veranstalter – ein Bündnis aus Umweltschützern, Kulturschaffenden, Gewerkschaftern und Aktivisten der in der Hansestadt aktiven Anti-Gentrifizierungs-Bewegung – zeigen sich mit dem Ergebnis mehr als zufrieden. Es sei “gelungen, mit diesem Lesefest von unten den vom Energiekonzern Vattenfall gesponserten Veranstaltungen eine Alternative entgegenzusetzen”.

Die Initiatoren hätten mit ihrer Politisierung des Kulturellen “für eine produktive Unruhe in Hamburg gesorgt”. Sie folgten der Dialektik: “Eins teilt sich in zwei. Ihre Initiative richtet sich gegen die „Ästhetisierung der Politik“ durch Vattenfall als Kultur-Sponsor und hat der kritischen Unruhe in der Stadt ein Forum gegeben. So war denn auch das Publikum auf den Veranstaltungen jung und kritisch.”

Mit knapp 60 Veranstaltungen konnte das Bündnis aus Umweltschützern, Kulturschaffenden, GEW-Gewerkschaftern und kreativen Stadtaktivisten ein atomstromfreies und nicht durch einen Konzern gesponsertes vielfältiges Lesefestival auf die Beine stellen. Der Aufruf zu den Anti-Vattenfall-Lesetagen (in dem es heißt: „Vattenfall produziert Atom- und Kohlekraftwerke und gehört zu dem Energie-Oligopol der vier Stromriesen, die in Deutschland die desaströse Wende zurück zur Atomenergie durchgesetzt haben“) wurde von zahlreichen Autoren, Buchhändlern, Lektoren, Übersetzern und Verlagen unterstützt.

Harry Rowohlt eröffnete die Lesetage in dem angesagten Club Uebel & Gefährlich, der wie alle anderen Veranstalter des Festivals seinen Stromanbieter gewechselt hat http://www.youtube.com/watch?v=HUBZkK3ccFY&feature=player_embedded.

Weiterhin unterstützten und lasen bekannte Autoren wie: Brigitte Kronauer, Frank Schulz, Viola Roggenkamp, Sabine Peters, Frank Göhre, Robert Jarowoy, Ingrid Strobl, Robert Brack, Jutta Ditfurth, Christoph Twickel, Wiglaf Droste. Der Fotograf Günter Zint, der schon die Beatles am Beginn ihrer Karriere, die immerhin in Hamburg startete, ablichtete, zeigte seine Werkschau.

Weiter ging es mit der literarischen Hafenrundfahrt auf die Elbe, zur Krimilesung in den großen Tiefbunker am Hauptbahnhof oder in die Honigfabrik nach Wilhelmsburg. Und da Hamburg immer behauptet, es wäre das Tor zur Welt, spielte Literatur aus Tonga, Neuguinea, Afrika eine Rolle ebenso wie bei Brandwein, Bibeln und Bananen der Kolonialismus.

Das besetzte Gängeviertel veranstaltete einen Lesemarathon. Generationen-Slam war ebenfalls mit an Bord und eine multi-mediale Veranstaltung zur Street-Art. Die legendäre Rote Flora präsentierte ein Buch zum FC St. Pauli.

Und auf der Abschlussveranstaltung in der Fabrik, das immerhin eines der ältesten Kulturzentrum der Republik ist, las Jutta Ditfurth, anschließend waren die Saxophonistin Anne Wiemann und Ulrich Kodjo Wendt mit seinem Akkordeon zu hören, danach Knarf Rellöm als elektronischer Avantgardist mit Überraschungsgast Bernadette La Hengst und als Schluss mit Aplomb: Fogo do Samba.

Die Veranstalter dieses vielfältigen Lesefestivals sind sich sicher: Fortsetzung folgt!

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