Jahrestagung der AG PUB ganz im Zeichen des E-Books – und Posts von Facebook

Das Branchenjahr ist wieder traditionell mit dem wohl wichtigsten Treffen der Verlagsszene – der Jahrestagung der AG Publikumsverlage – gestartet. Und wieder wurden die Weichen für das Jahr gestellt.

Ebenso ist Tradition, dass der Börsenvereins-Vorsteher Prof. Dr. Gottfried Honnefelder ein Grußwort spricht, was wieder ungewöhnlich deutlich ausfiel. Dazu hat er den Verlegern als Hausaufgabe sich der Auseinandersetzung mit dem Leben in der Netzwelt zu stellen über die “Zukunft des Mediums Buch” zu stellen, “innovativ oder rückwärtsgewandt, wie es gerade kommt -, hin zu der politischen und gleichzeitig strategischen Frage, wie wir die Kernkompetenz der Büchermacher zukünftig definiert sehen – Leitmedium Buch hin oder her” – die Themen auch des aktuellen BuchMarkt-Heftes (Januar) mit den Prognosen von Dr. Andreas Meyer und Arnd Roszinsky-Terjung hatten ihn dazu angespornt.

Wer nicht dabei war, der hat nicht nur die Verleihung des Sales Award verpasst [mehr…], sondern auch die gute Nachricht, dass die VG Wort sich endlich mit der Geräteindustrie geeinigt hat und der Gesellschaft im Frühjahr eine Nach-Zahlung in Höhe von 200 Millionen ins Haus steht – manche Verlage können sicher mit sechsstelligen Summen rechnen….
Und er hat verpasst, sich über das von manchen immer noch belächelte E-Book-“Märktlein” zu informieren, das sich langsam zu einem “richtigen Markt” mausert: Dr. Frank Sambeth (Random House) informierte darüber, dass sein Unternehmen in den USA bereits 4 Prozent seines Umsatzes mit digitalen Inhalten mache, aber auch in Deutschland schon auf dem Sprung sei und auch hier die Umsatzzahlen steigen: 2009 wurden dreimal soviel E-Books verkauft wie im Jahr zuvor. Er informierte auch über die Vielfalt der neuen Geräte, und Dr. Dirk Moldenhauer (der “Erfinder” damals der Rowohlt-Webseite und heute als Berater selbständig) sprach über Ideen zum Onlinemarketing für Verlage, Bibliotheks-Experte Holger Behrens über den noch zu wenig beachteten Markt der E-Book-Ausleihe bei den Bibliotheken und Mike Röttgen (Arvato systems) kompetent über die Tücken der E-Book-Auslieferung.

Spannend in diesem Zusammenhang übrigens der Praxistest der HTWK-Leipzig: Die Studenten Katharina Eder, Magarete Schneider und Fabian Siegel informierten über ihre Studie zur Praxistauglichkeit der diversen E-Book-Plattformen: Libreka schnitt dabei nicht schlecht ab, zeigte aber mehrere verblüffend unnötige Schwächen – Hausaufgaben also auch für unsere Macher in Frankfurt.

Nett und hilfreich übrigens die Posts von Holger Volland (dem PR-Mann des Börsenvereins) auf Facebook – leider hat er nur über den Vormittag geschrieben:

Unselds Eröffnungsrede: Was tun, um die nächste Generation Leser nicht zu verlieren? Was tun, um Platz in der Wertschöpfung dank Apple und Google nicht zu verlieren? Weltweite Übernahme Buchmarkt durch Google hat begonnen; Grundprinzipien des Urheberrechtes müssen neu definiert, Verhältnis zu Internetgrößen gefunden, neue … Geschäftsmodelle eingesetzt werden. Branche wandelt sich auf Dauer von Buchhandel zum Rechtehandel.

Sprang stellt revidierten Entwurf Google Book Settlement vor; Nächste Schritte: Einreichung neue Einwände bis 28.1.; Fairness Hearing 18.2. (HV)#agpub

Sprang: Weitere Baustellen Google: Snippet Nutzung, dazu akt. frz. Urteil (300T€ an Verlag für nicht lizenzierte Nutzung); europ. Urteil (ab 12 Wörtern lizenzierung), Prüfung Kartellrechtsverfahren wg. Benachteiligung Libreka Fundstellen.

Sprang: Strategie BÖV Urheberrechtsverletzungen: 1. legale Angebote, 2. Aufklärung vor allem Kinder und Jugendliche, Eltern, Lehrer, 3. politische Lobbyarbeit, 4. Vorgehen gg. Plattformen;

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