Hilmar Hoffmann: Das Frankfurter Museumsufer

Hilmar Hoffmann

Eine besondere Buchpräsentation fand heute Vormittag im 1991 eröffneten Museum für Moderne Kunst in Frankfurt am Main statt. Hilmar Hoffmann, 1925 in Bremen geboren und von 1970 bis 1990 Kulturstadtrat in der Mainmetropole, stellte sein neuestes Buch über das Museumsufer vor.

Aus diesem Anlass hatten Jürgen Kron, Leiter des Societäts-Verlags, Oberbürgermeisterin Petra Roth, die Direktorin des Museums für Moderne Kunst, Dr. Susanne Gaensheimer und der Autor im Podium Platz genommen.

Susanne Gaensheimer, sie leitet das Haus seit 2009, erinnerte daran, dass bereits 1980 die Idee zu einem Museum, in dem Gegenwartskunst ausgestellt werden sollte, geboren wurde. Treibender Motor zur Umsetzung war Hilmar Hoffmann, unterstützt vom damaligen Oberbürgermeister Walter Wallmann. Heute beherbergt das von Architekt Hans Hollein entworfene Haus etwa 4000 zeitgenössische Werke und ist damit ein internationales Beispiel für die gelungene Präsentation von Gegenwartskunst.

„Schön, dass ein beeindruckendes Buch in beeindruckenden Räumen vorgestellt werden kann“, setzte Jürgen Kron fort. „Der Societäts-Verlag veröffentlicht viele Frankfurt-Bücher, dieses ist eines der wichtigsten“, urteilte er und lobte die Ausdauer des Autors, der alle Museumsdirektoren im Band zu Wort kommen lässt. Im Buch wird nicht nur auf Geschichte und Gegenwart der Museen Bezug genommen, es werden auch Zukunftsvisionen formuliert. Entsprechende Daten zu den einzelnen Häusern liefern übersichtliche Zusatzinformationen.

„Ich präsentiere dieses Buch ausgesprochen gern“, unterstrich Petra Roth. Sie würdigte den Autor als einen, der Frankfurts Kultur lange prägte und sich noch heute auf diesem Feld stark engagiert. Auch aus diesem Grund sind zur Buchpremiere nicht nur Journalisten, sondern viele Kulturmitarbeiter im Saal anwesend.

Hilmar Hoffmann entschied sich 1970 für das Kulturdezernat in Frankfurt, denn am Main waren noch nicht so viele Museen beheimatet wie in Köln, dem anderen Angebot. So gestaltete er das Museumsufer wesentlich mit. Damals musste das Dezernat noch mit vier Prozent der Haushaltsmittel der Stadt auskommen, heute sind es elf Prozent – so viel wie in keiner anderen Stadt. „Doch die Museen müssen auch schulische Defizite überwinden helfen“, erläuterte Hilmar Hoffmann und stellte sofort einen Vergleich der Mittel zur Rekonstruktion des Museums of Modern Art in New York an; dafür werden 650.000 Millionen US-Dollar veranschlagt, weit mehr als für das gesamte Museumsufer in Frankfurt.

Zum Schluss seiner Ausführungen und in Hinblick auf die Bedeutung des Museumsufers zitierte Hilmar Hoffmann den Dichter Rainer Maria Rilke mit den Worten: „Hier wird jeder sehend für sein ganzes Leben.“

Übrigens ist Das Frankfurter Museumsufer das 50. Buch von Hilmar Hoffmann, die nächsten beiden sind schon in Arbeit.

JF

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