Großer Auftritt für Literaturmagazin „Proto“ in Düsseldorf

Sascha Lück
Axel von Ernst

Sage keiner, dass Literatur kein Publikum zieht! Rappelvoll war’s gestern Abend bei der Vorstellung des neuen Literaturmagazins Proto in Düsseldorf im Salon des Amateurs.Gestartet ist die neue Zeitschrift bereits zur Leipziger Buchmesse, und so soll auch der Erscheinungsrhythmus sein:

Jeweils zur Leipziger oder Frankfurter Buchmesse eine neue Ausgabe, hat sich Initiator und Herausgeber Sascha Lück vorgenommen.

Alexander Konrad

Proto ist eine Literaturzeitschrift der etwas anderen Art. Sie kommt nicht daher wie ein dickes Buch – Proto ist eine schlanke bibliophil aufgemachte Zeitschrift, nicht allein Wert legt auf neue interessante Texte, sondern auch auf Typographie und Ausstattung. 600 Exemplare beträgt die Startauflage des „Prototyps“, sagt Lück, der sich den Luxus numerierter Ausgaben leistet, wie man’s sonst nur bei bibliophilen Buchausgaben findet. Zwei Papierformate wurden im Heft verwendet: Lyrik, die nicht soviel Platz braucht wie Prosa, ist auf entsprechend schmaleres Papier gedruckt.

Obwohl ein Düsseldorfer Journal, hat Proto bereits bundesweit gut eingeschlagen – der Buchhandel hat ordentlich mitgezogen und das Hingucker-Heft fleißig geordert. Um die nächste Ausgabe zur Frankfurter Messe ist macht sich Lück deshalb keine Sorgen.

Vollbesetzter Saal

Zwei Düsseldorfer Autoren lasen gestern Texte aus der Erstausgabe des Blattes: Axel von Ernst, in der Branche auch bekannt als Mitverleger des Düsseldorfer Lilienfeld-Verlags, der sich mit großem Erfolg vergessenen Autoren widmet: jüngste Wiederentdeckung war der Roman Das Städtchen von Hans Adler, der sofort als Buch des Monats bei der Darmstädter Jury einstieg und von Henryk M. Broder als einer der schönsten Romane des 20. Jahrhunderts gelobt wurde.

Nicht nur zur Proto-Familie, sondern auch zu Lilienfelds gehört der zweite Autor des Abends, der Schriftsteller und Übersetzer Alexander Konrad, der bei Lilienfeld Donald Windham übersetzt hat, den 1920 geborenen und heute in New York lebenden langjährigen Lebensgefährten Truman Capotes, dessen eigenes Werk erstaunlicherweise erst jetzt in Deutschland veröffentlicht wird. Gerade hat er die Übersetzung des zweiten Windham-Bandes abgeschlossen.

„Identitäten“ lautet der Untertitel des ersten Proto-Heftes, und darum ging es auch in den Texten der beiden Autoren. Das diesem Thema durchaus heitere Seiten abzugewinnen sind, bewiesen Axel von Ernst und Alexander Konrad mit ihren Texten.

Kontakt:
Proto-Verlag
Sascha Lück
Siemensstr. 36
40227 Düsseldorf

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