„Goethes Eros“ im Mittelpunkt der 5. Frankfurter Goethe Festwoche

Titel des Programmhefts

Während sich die 2007 ins Leben gerufenen Goethe Festwochen in Frankfurt bisher mit den Themen der Geburtsstadt des Dichters und dem wieder aufgestellten Goethe-Denkmal [mehr…], dem Einfluss seiner Mutter Catharina Elisabeth Goethe [mehr…], dem Werk Wilhelm Meister [mehr…] und 2012 mit der Beziehung zwischen Goethe und Geld [mehr…] befassten, steht in diesem Jahr Goethes Eros im Zentrum der Veranstaltungen.

Die Festwoche ist ein Kooperationsprojekt verschiedener Kulturinstitutionen, so sind in diesem Jahr das Deutsche Filminstitut, die Fliegende Volksbühne Frankfurt Rhein-Main, das Freie Deutsche Hochstift/Frankfurter Goethe-Museum, hr2-kultur, der Kunstgewerbeverein, das Literaturhaus und das Schauspiel Frankfurt dabei. Die Fäden laufen beim Kulturamt der Stadt zusammen.

Gleich zu Beginn der Festwoche, die vom 19. bis 28. September stattfindet, wird die Ausstellung Denn das Leben ist die Liebe … im Goethe-Haus eröffnet. Der Untertitel weist auf eine besondere Beziehung hin: Marianne von Willemer und Goethe im Spiegel des West-östlichen Divans. „Es sind gleich zwei bemerkenswerte Jubiläen, die im Jahr 2014 anstehen: Vor 200 Jahren, im Frühjahr 1814, erhielt Goethe von seinem Verleger Cotta die erste Gesamtübersetzung des mehr als vierhundert Jahre vor Goethe lebenden persischen Lyrikers Hafis. Im Sommer 1814 begegnete Goethe der Schauspielerin und Tänzerin Marianne Jung, die im September des gleichen Jahres den Bankier Johann Jakob Willemer, der mit dem Dichter befreundet war, heiratete“, erläuterte Anne Bohnenkamp-Renken, Direktorin des Freien Deutschen Hochstifts und des Goethe-Hauses. Beide Ereignisse haben großen Einfluss auf das Werk des Dichters gehabt; das Buch Suleika aus dem West-östlichen Divan, angelegt als Maskenspiel, gehört zur schönsten Liebespoesie der Weltliteratur. Einige Liebesgedichte stammen von Marianne von Willemer.
In der Ausstellung, die noch bis zum 23. November gezeigt wird, werden einige Exponate erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt.

Mit zwei Projekten, die nur während der Goethe Festwoche erlebt werden können, beteiligt sich das Schauspiel Frankfurt. Unter dem Titel Your Lover Forever, einer Koproduktion mit dem Kunstfest Weimar, nehmen die Briefe zwischen Johann Wolfgang von Goethe und Charlotte von Stein neue Gestalt an. Während etwa 1770 Briefe von Goethe erhalten sind, liegen die Antworten von Frau von Stein nicht mehr vor – sie hatte ihre Briefe zurückverlangt. „Deshalb haben wir die Autorinnen Sibylle Berg, Justine del Corte, Gesine Danckwart, Julia Franck, Nora Gomringer, Katharina Hacker, Angelika Klüssendorf, Ursula Krechel, Judith Kuckart, Karin Reschke, Kathrin Röggla, Katharina Schmitt, Kerstin Specht und Gerhild Steinbruch gebeten, uns Antworten zu schreiben“, erklärt Intendant Oliver Reese. Dazu wird auch noch ein Buch erscheinen.
Das zweite Projekt unter dem Titel Die kosmische Oktave beschäftigt sich mit Goethes Wahlverwandtschaften. Nis-Momme Stockmann hat neue Texte dazu geliefert, Regie führt Ulrich Rasch, das Schauspiel mit Musik entstand in Zusammenarbeit mit den Sophiensælen Berlin.

Insgesamt werden in den zehn Tagen der Goethe Festwoche über zwanzig Veranstaltungen stattfinden – außer den genannten stehen Lesungen, Vorträge, Filme, Performances, Gespräche und Musik auf dem Programm, das unter www.goethe-festwoche.de nachlesbar ist.

JF

Kommentare (0)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.