Der be.bra Verlag präsentierte gestern in Berlin „Gerdas Schweigen. Die Geschichte einer Überlebenden“

Es war eine bewegende Veranstaltung als Knut Elstermann gestern im Roten Rathaus sein Buch „Gerdas Schweigen“ in Anwesenheit der Holocaust-Überlebenden Gerda Schrage vorstellte. Die 85-Jährige war aus New York angereist, wo sie seit Kriegsende lebt. Elstermann, in Ostberlin geboren, ist der Enkel einer ihrer Freundinnen von einst. Nach der Wende nahm der heute 45-Jährige Kontakt zu seiner „Tante Gerda“ auf , besuchte sie in New York und zum ersten Mal sprach sie mit ihm über ihr Leben im Berlin der 30er Jahre, über Auschwitz, ihre Schwangerschaft unter den Augen des KZ-Arztes Mengele und über ihre Rettung. „Ich war es ihm schuldig“, sagte Gerda Schrage bei der Pressekonferenz. „Aber es war ein sehr schwieriger Prozess.“ Obwohl es bereits eine Fülle an Berichten über Holocaust-Überlebende gibt, war der Verlag auf Anhieb von Elstermanns Projekt überzeugt. „Das Buch bietet einen neuen Zugang zum Thema,“ so Lektorin Ingrid Kirschey-Feix. „Elstermann erzählt auch die Geschichte seiner eigenen Familie.“ Es sei ein persönliches Erwachen gewesen, begründet Elstermann das Buch. „Wenn nicht jetzt, wann dann? Bald ist niemand mehr da, den man befragen kann.“

Informationen: http://www.bebraverlag.de/

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