Bundeskanzler Schröder empfing Berliner Jugendliche zu einer Lesung mit Sioma Zubicky

Mucksmäuschenstill war es, als Sioma Zubicky gestern aus seiner Autobiografie „Spiel Zirkuskind spiel“ (Altberliner) las. Gut 100 Schülerinnen und Schüler waren ins

Lesung mit Sioma Zubicky im Bundeskanzleramt

Bundeskanzleramt gekommen um den Autor, der seit 1947 in Schweden lebt, kennen zu lernen. Zubicky, 1926 in einer jüdisch-russischen Artistenfamilie im Zirkus Busch in Berlin geboren, wurde 1943 mit seiner Mutter und seinem jüngeren Bruder nach Auschwitz deportiert. Er überlebte das Konzentrationslager als einziger. Zubicky zeigte die eintätowierte Nummer auf seinem Unterarm. „Ihr seid die letzten, die so eine Nummer sehen, denn uns wird es bald nicht mehr geben.“

An fünf Tagen in der Woche ist Zubicky heute als Zeitzeuge an Schulen in Schweden – aber auch in Finnland, Norwegen und Deutschland – unterwegs. Es sei eine historische Verantwortung aller Menschen, sich des Ausmaßes der nationalsozialistischen Verbrechen bewusst zu sein. Auch Bundeskanzler Gerhard Schröder warnte die Jugendlichen vor Gleichgültigkeit. „Ich wünsche euch, die Kraft zu finden, dass so etwas nie wieder passiert.“

Mit der herzergreifenden Veranstaltung setzte der Bundeskanzler die Tradition von Lesungen für Kinder und Jugendliche im Bundeskanzleramt fort. (Auf dem Foto stehend: Sioma Zubicky. Sitzend: Gerhard Schröder, Altberliner-Programmleiterin Christine Paxmann und der schwedische Botschafter Carl Tham.)

Kommentare (0)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.