Volker Neumann: Rückwärtstrend gestoppt

Die Frankfurter Buchmesse verzeichnet in diesem Jahr eine leichte Steigerung der Ausstellerzahlen. „Damit ist der gefährliche Trend rückläufiger Teilnehmerzahlen gestoppt,“ sagte Buchmesse-Chef Volker Neumann am heutigen Donnerstag in einer Pressekonferenz im Frankfurter Literaturhaus. Nach 6.388 Einzelausstellern im vergangenen Jahr haben sich bis Anfang September rund 6.420 Aussteller aus 104 Ländern zur größten Bücherschau der Welt angemeldet. Rund zwei Drittel der Aussteller kommen aus dem Ausland. Die Frankfurter Buchmesse findet in diesem Jahr vom 8. bis 13. Oktober statt.

Highlight der diesjährigen Buchmesse wird einmal mehr das Programm des Gastlands sein. Mit Russland präsentiert sich das größte Land der Erde und die fast 150 russischen Autoren, die im Rahmen der Buchmesse aus ihren Werken lesen, stellen einen neuen Rekord für die seit 1976 bestehende Gastland-Programmreihe dar. Rund 200 Verlage aus Russland präsentieren die neuesten Werke aus der Buchproduktion des Landes. Die Gastland-Ausstellung auf dem Messegelände bietet Kunst, Bücher und Informationen zu Russland und seiner Kultur – insgesamt sind im Rahmenprogramm fast 700 Veranstaltungen vorgesehen.

Die Verbesserung der Arbeitsbedingungen für Aussteller und Fachbesucher hat nach Neumanns Angaben im Mittelpunkt der Bemühungen der Messe-Organisatoren gestanden. Zu diesem Zweck wird ein neues Zentrum für literarische Übersetzer eingeführt. Zusätzlich werden mit den Sortimenter-Treffs neue dezentrale Anlaufstellen für Buchhändler in den Messehallen eingerichtet. Das Zentrum für literarische Agenturen – der Mittelpunkt des Rechte- und Lizenzgeschäfts im internationalen Teil der Messe – wurde erweitert und die Infrastruktur deutlich verbessert.

„Für Fachbesucher und das allgemeine Lesepublikum gleichermaßen attraktiv sind die insgesamt 10 neuen Veranstaltungsforen in den Messehallen“, so Neumann. Vom Kinder- und Jugendbuch über ein Forum Bildung bis zu einer „Plaza Latina“ wird eine Vielzahl von Themen mit Fachvorträgen und attraktiven Events aufgegriffen. Herausragend unter den fast 2.500 Veranstaltungen zur Messe nannte Neumann den Auftritt des Box-Champions Muhammad Ali am Messe-Donnerstag, einen Guinness-Rekordversuch im Rahmen einer Signierveranstaltung am Freitag mit Paulo Coelho, dessen Buch „Der Alchimist“ in sämtlichen 56 Sprachen präsentiert wird, in die es bislang übersetzt worden ist, die „Russendisko“ mit Wladimir Kaminer am Messe-Freitag und eine Lesung von Günter Grass, der am Abend des Messe-Samstag seinen Gedichtband „Letzte Tänze“ vorstellt und anschließend zum Tanzvergnügen bittet.

Eine besondere Neuerung bietet die Frankfurter Buchmesse am Messe-Freitag: An diesem Tag, der bislang den Fachbesuchern vorbehalten war, öffnet die Buchmesse ab 16 Uhr bis 20.30 Uhr ihre Tore für das allgemeine Publikum – und als Geste der Dankbarkeit gegenüber der Stadt Frankfurt, die sich nachhaltig um den Verbleib der Buchmesse bemüht hat, wurde der Eintrittspreis für den Besucher-Freitag auf nur 5 Euro gesenkt.

Die Debatte um den Standort der Buchmesse erklärte Neumann für beendet: „Ich bin glücklich, dass es gelungen ist, für die Frankfurter Buchmesse eine stabile Grundlage für die nächsten Jahre zu finden,“ sagte er. Neumann dankte besonders der Frankfurter Oberbürgermeisterin Petra Roth und dem Hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch für ihr Engagement zugunsten der Buchmesse.

Als logische Erweiterung der Frankfurter Buchmesse bezeichnete Neumann die Einführung des neuen Bereichs „Film & TV“. Die Buchmesse sei im Kern eine Messe der Inhalte, die sämtliche Umsetzungen, vom Buch über digitale Medien bis zum Film umfassen müsse. Christiane von Wahlert, Geschäftsführerin der Spitzenorganisation des Deutschen Films, dankte der Buchmesse für die mutige Initiative, die von der Filmbranche mit Begeisterung aufgenommen worden sei.

Udo Corts, Hessischer Minister für Wissenschaft und Kunst, hob in der Pressekonferenz die Bedeutung der Buchmesse für die kulturelle Ausstrahlung des Bundeslands hervor. Deshalb habe das Ministerium nicht gezögert, die Verleihung des Hessischen Film- und Fernsehpreises erstmals mit der Buchmesse zu verbinden. Zusätzlich engagiert sich das Land bei der Organisation des Literaturfestivals „Leseland Hessen“, ein Gemeinschaftsprojekt mit der Frankfurter Buchmesse. Im Rahmen des Festivals werden mehr als 100 Schriftsteller in 13 Kommunen im gesamten Bundesland aus ihren Werken lesen. Neben öffentlichen Veranstaltungen stehen dabei auch zahlreiche Lesungen in hessischen Schulen auf dem Programm.

Das Veranstaltungsprogramm zur Frankfurter Buchmesse sowie eine Vielzahl von weiteren Informationen sind im Internet unter www.buchmesse.de verfügbar.

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