Siglochempfang: Helmut Sigloch kündigt Generationenwechsel an

Helmut Sigloch

Eine bewegende Rede hielt gestern Alteigentümer Helmut Sigloch auf dem traditionellen Buchmesseempfang seines Unternehmens vor versammelten Kunden und Geschäftspartnern. An deren Ende kündigte er einen Generationenwechsel im Unternehmen Siegloch Beteiligungen noch für das kommende Jahr an.

125 Jahre Sigloch und 35 Jahre persönliche geschäftsführende Tätigkeit feierte Helmut Sigloch in einem persönlich gestalteten Empfang am Rande der 60. Frankfurter Buchmesse im Hotel Meridien mit seinen Kunden und Geschäftspartnern.

Die geladenen Gäste saßen gediegen an Achtertischen und lauschten gespannt, als Sigloch mit einem Rückblick der besonderen Art begann. Für viele war dies wie eine vorgezogene Abschiedsrede. „Ich stelle Ihnen jetzt in einem kurzen Abriss die 125-jährige Geschichte von Sigloch dar“, begann Siegloch. Verknüpft mit zahlreichen persönlichen Erinnerungen und Anekdoten beschrieb er, wie das Unternehmen 1883 mit der Zulieferung von Materialien zur Herstellung von Bibeln begonnen hatte und es sich bereits früh in unterschiedlichen Bereichen der Herstellung von Büchern engagierte.

1970, nach fünf Jahren erfolgreichen Aufbaus von Unternehmensbereichen im Ausland habe Siegloch den Anruf von seinem Vater erhalten mit den Worten: „Bur, es wird Zeit, dass Du heimkommst“. Dem Ruf sei Sigloch gefolgt und habe seine bis dahin erfolgreiche Tätigkeit sofort gekündigt, berichtet er. Es war der Beginn seiner vielfältigen Karriere.

Deutlich wurde das breite Interesse von Sigloch. Nach Banklehre und Maschinenbaulehre, musste er beim Vater noch eine Buchbindereilehre absolvieren, bevor er den Betrieb übernehmen konnte. Neben vielen Erfolgen wie dem Aufbau einer Maschinenbausparte für Buchbindungen, der Gründung eines Sport- und eines Kochbuchverlages in den 70er Jahren sprach Sigloch auch offen von den „schwarzen Punkten“ in der Geschichte, des Unternehmens, von Streits früherer Generationswechsel und von Misserfolgen. „Ich wäre nicht Manns genug, wenn ich das nicht zugeben würde“, sagte der Firmenchef. So musste in den 90er Jahren die Buchbinderei aufgegeben werden, weil viele osteuropäische Firmen mit Sigloch Bindemaschinen die Preise unterbieten konnten.

„Der Schritt war für mich schmerzhaft, aber wir haben uns der Zukunft verschrieben“, sagte Sigloch. „Ein Unternehmen im Wandel“, sei nun auch das Motto des Unternehmens aus dem schwäbischen Künzelsau. Derzeit betreibe Siegloch 15 Niederlassungen weltweit, davon allein zwei in China, so Sigloch, der das Unternehmen gut für die Zukunft aufgestellt sieht.

Anschließend ließ Sigloch seine schon legendäre Gastlichkeit bei einem reichhaltigem Büffet spüren. Die neue, junge Generation, die das Unternehmen leiten soll, stellte Sigloch noch nicht vor. Offensichtlich soll die Führung auf mehrere Schultern seiner Kinder verteilt werden. Sigloch behalte über die Übergabe hinaus noch ein Stimmrecht, kündigte er an. Damit wolle er seinen Einfluss noch eine Weile erhalten, wichtig jedoch sei: Sigloch bleibe ein privates, Inhaber geführtes Unternehmen, versicherte der Seniorchef.

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