Messe Frankfurt mit Umsatzplus und Gewinnrückgang

Zum Jahresausklang ziehen die bundesdeutschen Messegesellschaften Bilanz. Aus Dortmund wird für dieses Jahr leichten Umsatzrückgang gemeldet, die Kölner Messe schreibt mal gerade eine schwarze Null, auch die Münchener sind nicht zufrieden. Hermann Kresse vom Ausstellungs- und Messe-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft: „Eine durchgreifende Wende in den Plusbereich ist gegenwärtig für das nächste Jahr noch nicht absehbar.“

Die Messe Frankfurt, deren Gesellschafter die Stadt Frankfurt (60%) und das Land Hessen (40%) sind, vermeldet bei einer Umsatzsteigerung von 335 Mio.€ auf 349 Mio.€ einen Gewinnrückgang auf 20 Mio.€. Und sie kennt auch einen wichtigen Verursacher: die Buchmesse. Der Geschäftsführer der Messegesellschaft, Michael von Zitzewitz, wolle zwar keine konkreten Zahlen nennen, aber auch die monatelange Diskussion über den künftigen Standort der Frankfurter Buchmesse habe negativ ins Kontor geschlagen, berichtet die „Süddeutsche Zeitung“.

Die Frankfurter Messe GmbH hatte im Juli 2003 einen Kooperationsvertrag über die Durchführung sämtlicher technischen und organisatorischen Dienstleistungen für die Buchmesse geschlossen. Von Zitzewitz nannte bei der Vertragsunterzeichnung die Chancen: „Das komplette Veranstaltungs- und Servicepotenzial der Messe Frankfurt steht der Buchmesse nun zur Verfügung. Die sich daraus ergebenden Synergien können optimal genutzt werden.“ Der Vertrag ist Bestandteil der Vereinbarungen, die mit der Stadt über den Verbleib der weltgrößten Veranstaltung des Buchgewerbes getroffen wurde.

Volker Neumann, Direktor der Buchmesse, ist über die Begründung für den Gewinnrückgang von 12 Mio €. etwas irritiert: „Über Jahre wollte die Messe Frankfurt als Generalunternehmer auftreten. Sicherlich hat sie sich davon einen wirtschaftlichen Vorteil versprochen. Wenn sie jetzt feststellt, dass sie sich dabei verkalkuliert hat, ist dies ihr unternehmerisches Risiko.“ Und ob die Buchmesse angesichts des Gesamtumsatzes der Messegesellschaft Frankfurt verantwortlich gemacht werden könne, hält Neumann bei der Gewichtung, die die Buchmesse unter den diesjährigen 42 Messen am Standort Frankfurt einnehme, als Erläuterung „wenn nicht für absurd, so doch für unzureichend“.
VH

Kommentare (0)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.