In Köln ging die Didacta, Europas größte Bildungsmesse zu Ende

Betriebsame Bildungsmesse

Samstag abend, 19 Uhr: De letzten Besucher verlassen die Messehallen. Der Messeverlauf wird von den Veranstaltern Didacta Verband und VdS Bildungsmedien e.V. als sehr gut bewertet. Rund 100.000 Besucher sorgten für volle Hallen und einen starken Andrang an den Ständen von 800 Ausstellern aus 15 Ländern.

Auch das Vortrags- und Rahmenprogramm habe großes Interesse erweckt, hieß es. Dutzende von Vorträgen und Diskussionen befassten sich mit den Möglichkeiten, wie sich Lehren und Lernen nach PISA konkret verändern kann. Die Themen u.a.: Unterrichtspraxis, Schuleentwicklung, Qualitätsanalyse, Schulevaluation, und Lehrerfortbildung. Die Teilnahme sei zahlreich und engagiert gewesen, noch nie waren Lehrer, Schüler und Eltern so stark gefordert wie in diesem Zustand der Dauerreform.

Allerdings, so stellte der Vorsitzende des Verbands der Schulbuchverleger, Bildungsmedien e.V., Wilmar Diepgrond fest, finden die Bildungsreformen ohne einen Innovationsschub bei der Ausstattung der Schulen mit neuen Büchern und Software statt. Der Umsatz stagnierte 2006 auf dem Vorjahresniveau von knapp 500 Mio. Euro. Während das klassische Schulbuch noch leichte Wachstumsraten verzeichnen konnte, sei der Umsatz an Unterrichts-Software stark rückläufig: Von 15 Mio. Euro in 2002 auf 7 bis 9 Mio. Euro in 2006. Diepgrond: „Wenn die Politik nicht bald handelt, wird der Computer im Klassenzimmer bald eine Investitionsruine wie das Sprachlabor in den Achtziger Jahren.“
Für diese Entwicklung macht der Branchenverband in erster Linie die Haushaltskürzungen verantwortlich: Pro Schüler werden zur Zeit im Bundesdurchschnitt 20 Euro für Lernmittel ausgegeben, das ist fast halb so viel wie vor 15 Jahren. Eine paradoxe Entwicklung angesichts der neuen Lehrpläne und Unterrrichtsvorgaben.

Ohne den Staat aus seiner Verantwortung entlassen zu wollen, fordert der VdS mehr finanzielles Engagement von den Eltern beim Lernmittelkauf. Aber auch die privaten Ausgaben stagnieren bei 22 Euro pro Kind. Mit dem Verweis darauf, dass die Kinder aus dem eigenen Geldbeutel fast drei mal so viel für Spielsoftware ausgeben wie die Eltern für Schulbücher, spricht Diepgrond von einer falschen Prioritätensetzung in vielen Familien und verweist auf die VdS-Kampagne für den Kauf eigener Schulbücher (www.eigenes-schulbuch.de).

Von den 500 Mio. Euro Umsatz für Billdungsmedien entfallen rund 50 Mio. Euro auf Lernhilfen und Lernsoftware.

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