Frankfurter Buchmesse in der Statistik: Weniger Aussteller, größere Fläche und mehr Titel bei stagnierenden Besucherzahlen

Die Frankfurter Buchmesse ’99 geht unspektakulär zu Ende. War das Messegeschehen noch im letzten Jahr von der brodelnden Gerüchteküche um Verlagsübernahmen großen Stils dominiert, ereignete sich im heißen Bücherherbst ’99 vergleichsweise wenig Dramatisches. Die Zeichen stehen allgemein auf Konsolidierung, wie sich auch in der heute veröffentlichten Bilanz des Veranstalters niederschlägt: Die Messestatistik verzeichnet insgesamt 150 Aussteller weniger (6.643), wobei die Ausländer trotz stärkerer Ländervertretung (113 gegenüber 115 im letzten Jahr mit deutlichen Zuwächsen aus dem arabischen Raum) mit – 2,2 % etwas zurückhaltender waren als die deutschen Aussteller (- 0,8 %). Dafür wurde großzügiger präsentiert: rund 5.400 qm mehr Fläche buchten die Publisher in diesem Jahr. Die Titelzahl erhöhte sich um ca. 20.000 auf 385.275, davon 89.440 Novitäten (1998 waren es noch knapp 3.400 Neuerscheinungen weniger. Steigende Tendenzen vermerkt die Messegesellschaft gleichermaßen für den Lizenzhandel, wobei die Welle literarischer Agenturgründungen (+ 20 %) – auch ein Nebeneffekt der Verlagskonzentration – einen Teil zur positiven Statistik beigetragen hat.Das Interesse des Publikums am diesjährigen Sellerherbst blieb konstant bei rund 290.000 Besuchern. Den Anteil des Fachpublikums beziffern die Veranstalter auf „etwa die Hälfte“, doch war von den Ausstellern allgemein zu vernehmen, dass es sich in diesem Jahr mehr noch als zuvor um „eine Buchmesse ohne Buchhändler“ gehandelt haben soll, wie der Verlagsleiter eines großen Publikumsverlages formulierte.

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