Besucherplus von sechs Prozent beim Pariser Salon du Livre / Messeorganisator 2008 steht bisher noch nicht fest

Mit 6.000 Bücherschecks für Kinder, Gratiseintritt für Studenten unter 26 Jahren und TV-Werbung auf allen Kanälen von France Télévision hatte der 27. Pariser Salon du Livre

Deuzscher Stand immer umlagert

ualles in Bewegung gesetzt, um 2007 wieder mehr Publikum auf das Messegelände zu bringen – mit Erfolg: 185.000 Besucher kamen vom 23. bis 27. März 2007 an die Porte de Versailles, und das, obwohl der Salon von sechs auf fünf Tage verkürzt worden war. In den vergangenen Jahren hatte der Salon du Livre unter einem ständigen Besucherrückgang gelitten. 2003 war seine Besucherzahl erstmals seit vielen Jahren wieder unter die 200.000-Marke gefallen und hatte sich seither kaum erholt.

Im Gegensatz zu Fachmessen wie der Frankfurter Buchmesse oder der Kinder- und Jugendbuchmesse in Bologna stehen in Paris nicht das Lizenzgeschäft, sondern der Buchverkauf und das allgemeine Publikum im Mittelpunkt.

„2007 war ein sehr wichtiges Jahr für den Salon du Livre“, so Serge Eyrolles, Präsident des französischen Verlegerverbands SNE (Syndicat national de l’édition). „Wir haben unsere Aktionen für die Leser von Morgen verstärkt, gleichzeitig explodierte der Buchverkauf auf der Messe geradezu: Allein im Kinder- und Jugendbuchbereich verzeichneten die Aussteller ein Umsatzplus von 20 Prozent.“

Dieses Plus sei auch auf die Aktion „chèques LIRE“ der Direction du Livre et de la Lecture, einer Instanz des französischen Kultusministeriums, zurückzuführen, so Eyrolles. Im Vorfeld der Messe waren 6.000 Bücherschecks im Wert von je acht Euro an Kinder verteilt worden, die sie auf der Messe einlösen konnten. „Die Anzahl der Kinder auf dem Salon hat sich verdreifacht!“, verkündete Eyrolles im Rahmen der abschließenden Bilanz-Pressekonferenz. Dass sich nicht so viele Politiker wie sonst an der Porte de Versailles blicken ließen, führte Eyrolles auf die bevorstehenden französischen Präsidentschaftswahlen zurück.

Auch die internationale Verlagsbranche war in Paris vertreten. Gastland war dieses Jahr Indien, das sich in Paris wie bereits 2006 in Frankfurt als großer Publikumsmagnet entpuppte. In unmittelbarer Nachbarschaft des indischen Areals befand sich auch der deutsche Gemeinschaftsstand, organisiert von der Frankfurter Buchmesse und finanziell unterstützt vom Auswärtigen Amt. Zentrales Ausstellungsstück war die Werkschau der nominierten Autoren des „Deutschen Buchpreises 2006“. Ein Informationsschalter war Anlaufstelle für Fachbesucher und Verleger, die sich für die Teilnahme an der Frankfurter Buchmesse 2007 interessierten. Der deutsche Stand auf dem Salon du Livre (s. Foto) war außerdem Treffpunkt für die Stipendiaten des deutsch-französischen Austauschprogramms für junge Verleger und Buchhändler, organisiert von der Frankfurter Buchmesse und dem BIEF (Bureau International de l’Edition Française), das jedes Jahr vom Deutsch-Französischen Jugendwerk finanziert wird. Mehr dazu: www.buchmesse.de/foerderprogramme

Den Buchverkauf am deutschen Stand übernahm die im Pariser Marais-Viertel beheimatete deutsche Buchhandlung Infobuch. Zum Rahmenprogramm des Salon du Livre trugen die Frankfurter Buchmesse und das Goethe-Institut gemeinsam bei: Am Messe-Sonntag traf der Autor Reinhard Jirgl auf seinen französischen Verleger und die Übersetzerin seines Buches „Die Unvollendeten“, in Deutschland erschienen bie Hanser . Anschließend lud die Deutsche Botschaft Paris zu einem Empfang.

Die genauen Daten des Salon du Livre 2008 stehen noch nicht fest. Offen ist auch, wer die Veranstaltung im kommenden Jahr federführend organisieren wird. Als neuer Organisator wird laut Branchenblatt Livres Hebdo die Pariser Dependance der Ogilvy-Gruppe gehandelt, die Reed Exhibition ablösen soll. Verträge seien aber noch nicht unterzeichnet worden. Als Gastland hat sich Israel angemeldet.

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