Arabische Buchmesse im Libanon mit deutscher Beteiligung

300.000 Besucher an 17 Messetagen und Buchverkauf im Wert von mehr als einer Million Dollar. Das ist die Bilanz der 47. Arabischen Buchmesse, die am 16. November in Beirut zuende ging. Dr. Adnan Hammoud, Direktor der Arabischen Buchmesse, zeigte sich zufrieden mit dem Ergebnis, das im Vergleich zum Vorjahr konstant geblieben und offenbar nicht von der zeitgleich in Beirut stattfindenden frankophonen Buchmesse beeinflusst war.

Bei der Eröffnung der Messe am 30. Oktober hatte Ibrahim Moallem, Präsident des panarabischen Verlegerverbandes, in seiner Rede ausdrücklich die Bedeutung des Ehrengast-Auftritts der Arabischen Welt auf der Frankfurter Buchmesse 2004 hervorgehoben. In Vorbereitung dieses Ereignisses war Deutschland zum ersten Mal und als einziges westliches Land mit einem Gemeinschaftsstand auf der Buchmesse im Libanon vertreten. Insgesamt zeigten 150 nationale und 45 ausländische Aussteller etwa 80.000 Titel. Die 5.000 Quadratmeter große Messehalle war im Erdgeschoss des ehemaligen Holiday Inn Hotels untergebracht, das – im Bürgerkrieg zerstört – als 30-stöckiges Betongerippe in den Himmel Beiruts ragt.

Den Besuchern des deutschen Standes, den die Frankfurter Buchmesse organisierte, wurden über tausend Titel aus rund 130 deutschen Verlagen präsentiert, darunter eine Sonderkollektion zum Thema “Europäisch-Islamischer Dialog”. Viele arabische Verleger zeigen sich daran interessiert, deutsche Bücher auf Arabisch zu verlegen, beklagten jedoch die geringe Zahl guter Übersetzer aus dem Deutschen, so dass deutsche Autoren oft aus der englischen oder französischen Übersetzung ins Arabische übertragen würden.

Gemeinsam mit dem örtlichen Goethe-Institut und der Konrad-Adenauer Stiftung, die wie das deutsche Orientinstitut in den deutschen Stand eingebunden waren, hatte die Frankfurter Buchmesse ein vielseitiges Rahmenprogramm organisiert: Darunter eine Diskussion zwischen libanesischen und deutschen Feuilletonisten über die Rolle der Massenmedien und eine Gesprächsrunde zur Rezeption arabischer Literatur in Deutschland, an denen sich die Berliner Literaturagentin Leila Chamaa sowie deutsche Literaturjournalisten von der Süddeutschen Zeitung, dem SWF und der F.A.Z. beteiligten. Außerdem fanden Lesungen mit Georg Klein, Katja Lange-Müller und Zafer Senocak statt sowie eine Präsentation der jüngst auf Arabisch erschienenen Habermas-Anthologie.

Kommentare (0)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.