Bestsellerautor Peter Buwalda bei Müller & Böhm in Düsseldorf

Christoph Buchwald, Peter Buwalda

Wenn der große A.F.Th. van der Heijden über einen Debütroman sagt: „Nicht aus der Hand zu legen“, dann weiß man: Mit dem 600-Seiten Roman Bonita Avenue von Peter Buwalda (Rowohlt) kann man keinen Fehler machen. Gestern las der in seiner Heimat mit Preisen überhäufte niederländische Bestsellerautor im ausverkauften Düsseldorfer Heine Haus.

Genau genommen: Buwalda las ein kurzes Stück aus dem Original (Lesungen, wie wir sie in Deutschland kennen, sind in Holland eher unüblich) und stieg dann in eine lockere Unterhaltung mit dem Amsterdamer Verleger Christoph Buchwald ein (längere Passagen auf Deutsch las Hausherr Rudolf Müller). Buchwald lobte zunächst erst einmal die großartige Leistung des Übersetzers von Gregor Seferens – der habe mit der Übersetzung von Harry Mulisch begonnen, als Buchwald diesen Autor noch bei Hanser betreute, und jetzt ein Meisterwerk abgeliefert.

Vier Jahre hat Buwalda an seinem Roman gearbeitet – ein Vorschuß seines Verlag De Bezige Bij hat es möglich gemacht. Bereut haben dürfte es der Verlag nicht: Immerhin wurden allein in den Niederlanden bislang 300.000 Exemplare verkauft (über 20 Auflagen).

Erzählt wird die Geschichte einer Patchworkfamilie, in der sehr viel Zufälle passieren. Aber sind es Zufälle? Der Autor fragt seinen Moderator: „Wenn 22 Fußballer auf einem Feld stehen, wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, daß zwei von ihnen am gleichen Tag Geburtstag haben?“ Buchwald tippte – wie wohl die meisten im Saal – auf etwas um die zwei Prozent. Buwaldas Held ist ein genialer Mathematiker (u.a.), also hat sich der Autor mit der Materie beschäftigt und weiß es besser: 50 Prozent. So etwa sehen die Zufälle aus, die im Buch die atemberaubende Handlung vorantreiben…

Was sich auch aufs Schreiben selbst ausgewirkt hat: Mit der schönen Romanstruktur – drei Hauptpersonen, drei Abschnitte – war es schnell vorbei, als die Figuren anfingen, ihr Eigenleben zu entwickeln. Sehr zum Vorteil des Roman, findet Buchwald: „Aktion und Reaktion sind so miteinander verflochten, daß sie die Handlung enorm vorantreiben.“

Nur bei der abschließenden Frage Buchwalds, wie er, Buwalda, in einer Buchhandlung, ohne sich zu erkennen zu geben, einem Kunden das Buch ans Herz legen würde, mußte der Autor passen: Nee, das geht doch nicht… Ach, meinte Buchwald, ich mache das öfter. Aber ist ja auch Verleger…

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