Berlin: Großer Andrang bei der LOG.OS Kick Off Konferenz

Ein ehrgeiziges Projekt: In der Berliner Akademie der Künste am Hanseatenweg stellten Volker Oppmann und Katja Splichal (Foto) heute vor über 100 Gästen die digitale Bibliotheksplattform LOG.OS vor.

Geplant ist eine digitale Universalbibliothek, die zugleich ein Marktplatz für Bücher und eine Social-Reading-Plattform ist. Ein alternatives Modell zu amazon, wie die Veranstalter betonten. Das Besondere: Getragen wird die Plattform durch eine Stiftung, die ihren Nutzern volle Transparenz und Datensouveränität garantiert.

„Damit die Plattform dauerhaft unabhängig bleiben und nicht an kommerzielle Wettbewerber verkauft werden kann, wollen wir in einem ersten Schritt eine Stiftung errichten, die ihr Stiftungskapital wiederum in eine noch zu gründende, gemeinnützige GmbH investiert sowie per Stiftungssatzung einen Verkauf von Geschäftsanteilen an der gGmbH ausschließt“, erläuterte Katja Splichal das Konzept.

Ein LOG.OS Förderverein wurde bereits gegründet. Ihm gehören unter anderem Katja Splichal (Verlag Eugen Ulmer), Markus Frank (Rechtsanwalt in der Kanzlei Gentz & Partner) und Ralf Alkenbrecher (kaufmännischer Leiter bei Aufbau) an. Vorsitzender des Vereins ist Volker Oppmann, Verleger von Onkel & Onkel und Mitbegründer von textunes.

Die Digitalisierung habe den Buchbetrieb verändert. In Zukunft stünden die Bücher nämlich nicht mehr im heimischen Bücherregal, im lokalen Buchhandel oder in öffentlichen Bibliotheken, vielmehr werde der Zugang durch Cloudfarmen kontrolliert. Mit der Konferenz wollte der Förderverein nun die Branche für das Thema sensibilisieren, Feedback einholen, aber auch neue Unterstützter finden. „Schaut euch die Website an! Werdet mit Mitglied im Förderverein!“, rief Katja Splichal den Teilnehmern zu bevor es in die Mittagspause ging. Am besten sei es natürlich wenn man sich direkt an der Entwicklung der Plattform beteilige – durch Spenden oder aktive Mitarbeit im Förderverein. Mindestens eine halbe Million Euro seien für die ersten Schritte erforderlich. Die sollen durch Spenden, Fördergelder und Crowdfunding Kampagnen zusammenkommen. „Gerade ehrenamtliches Engagement und Pro Bono-Mandate – etwa durch Kanzleien und Agenturen – ist nicht zu unterschätzen, da wir hier einen massiven Vorteil gegenüber kommerziellen Organisationen haben, die darauf angewiesen sind, sich Arbeitsleistung am Markt einzukaufen“, betonte Volker Oppmann am Rande der Konferenz.

Auf der Leipziger Buchmesse soll das Projekt im März einem größeren Teilnehmerkreis vorgestellt werden.

Informationen unter http://log-os.info/wordpress/

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